On Holding Aktie: 39 Prozent Minus seit Jahresbeginn
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 20:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Sportschuhhersteller On Holding steht nach der Vorlage seiner jüngsten Quartalsergebnisse vor erheblichen Herausforderungen an den Kapitalmärkten. Während das Unternehmen operativ eine Rückkehr in die Gewinnzone verzeichnete und die Profitabilität steigern konnte, reagierten Anleger verstimmt auf eine Verlangsamung des Wachstums in Schlüsselregionen und im wichtigen Großhandelssegment.
Abschwächung im amerikanischen Kernmarkt
Am 11. August legte On Holding die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Nettoumsatz belief sich auf 850,3 Millionen Schweizer Franken (CHF). Ein zentraler Belastungsfaktor war dabei die Entwicklung in der Region Americas, die mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht. Hier schwächte sich das währungsbereinigte Wachstum auf 13 Prozent ab, nachdem im ersten Quartal noch ein Plus von 17 Prozent erzielt worden war.
Noch deutlicher zeigte sich der Rückgang im Wholesale-Kanal. Der Umsatz mit Großhandelspartnern stieg lediglich um 4,8 Prozent auf 461,9 Millionen CHF. Währungsbereinigt entsprach dies einem Zuwachs von 12,7 Prozent – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 25,1 Prozent Wachstum aus dem ersten Quartal.
Laut Reuters erklärte das Management diese Zurückhaltung im Großhandel als bewusste strategische Entscheidung, um die Preisintegrität im Hinblick auf geplante Produktneueinführungen im Jahr 2027 zu schützen.
Der Kapitalmarkt reagierte empfindlich auf diese Signale. Die Aktie notiert aktuell bei 24,69 € und nähert sich damit ihrem heutigen 52-Wochen-Tief von 24,38 €. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anteilseigner bereits auf 39 %.
Starke Margen durch Direktvertrieb
Trotz der Wachstumsbedenken lieferte das Quartal positive Signale bei der Profitabilität. On Holding erzielte einen Nettogewinn von 105,0 Millionen CHF und schaffte damit die Umkehr des Vorjahresverlustes. Die Bruttomarge kletterte laut einem SEC-Filing auf 65,4 Prozent, nach 61,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Dieser Anstieg resultierte aus operativer Effizienz, einem vorteilhaften Währungsumfeld und einem gestiegenen Anteil des Direktvertriebs (DTC). Der DTC-Umsatz machte im zweiten Quartal 45,7 Prozent des Gesamtumsatzes aus und wuchs schneller als das Wholesale-Geschäft.
Zudem profitierte das Unternehmen von der Erstattung von Zöllen aus dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA). Bis zum 11. August flossen hierfür 27,9 Millionen CHF zurück, wobei die buchhalterische Anerkennung weiterer Beträge für das dritte Quartal 2026 geplant ist. Regional stach besonders der asiatisch-pazifische Raum hervor, in dem der Nettoumsatz im zweiten Quartal um 43,1 Prozent zulegte.
Analysten senken den Daumen
Die jüngsten Entwicklungen führten am 23. August zu neuen Einschätzungen durch Analysehäuser. William Blair stufte die Aktie von „Outperform“ auf „Market Perform“ herab.
Als Gründe nannten die Analysten Unsicherheiten bei den Umsatzschätzungen für den Großhandel im kommenden Jahr sowie den anhaltenden Inflationsdruck im Bekleidungs- und Schuhsektor. Parallel dazu senkte Williams Trading das Kursziel von 38 USD auf 32 USD und bestätigte die Einstufung „Halten“.
Für das Gesamtjahr 2026 passte On Holding die Umsatzprognose leicht an und erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 3,47 und 3,56 Milliarden CHF. Dies entspricht einem währungsbereinigten Wachstum im niedrigen 20-Prozent-Bereich.
Gleichzeitig wurde die Guidance für die Bruttomarge auf mindestens 65 Prozent angehoben, während das Ziel für die bereinigte EBITDA-Marge in der Spanne von 19,5 bis 20 Prozent bestätigt wurde. Die finanzielle Basis bleibt mit liquiden Mitteln in Höhe von 1.205,6 Millionen CHF und einer ungenutzten Kreditlinie von 700 Millionen CHF solide.
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