OHB, Aktie

OHB SE Aktie: Rocket Factory für ESA-Runde ausgewählt

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 05:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OHB stärkt sein Raumfahrtportfolio mit ESA-Auswahl und Satellitentransport, während die Aktie trotz Jahresplus charttechnisch unter Druck bleibt.

OHB erweitert Raumfahrtgeschäft mit Rocket Factory und LuxSpace
Moderne Luft- und Raumfahrttechnologie in einer industriellen Fertigungsumgebung mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

OHB SE weitet sein Geschäft im Weltraumsegment über den bekannten IRIS²-Großauftrag hinaus aus. Zwei Tochterunternehmen sorgten in den vergangenen Tagen für neue Nachrichten, die zeigen, wie breit der Bremer Raumfahrtkonzern mittlerweile aufgestellt ist.

Rocket Factory Augsburg auf Kurs für ESA-Förderung

Die OHB-Tochter Rocket Factory Augsburg unterzeichnete am vergangenen Donnerstag einen Vertrag mit der europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen der European Launcher Challenge. Damit ist das Unternehmen für die zweite Vergaberunde des Programms ausgewählt worden, das europäische Trägerraketen-Anbieter fördern soll.

Für OHB ist das ein weiterer Baustein im Ausbau der eigenen Launcher-Kompetenz, die neben dem klassischen Satellitengeschäft zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Parallel dazu meldete die OHB-Tochter LuxSpace den Versand ihres Technologiedemonstrators ATHENE-1 zur Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Der Start ist im Rahmen der Transporter-18-Mission mit SpaceX für Anfang Oktober vorgesehen. Solche Kleinsatelliten-Missionen erweitern das Portfolio des Konzerns um Technologietests, die künftige kommerzielle Anwendungen vorbereiten können.

IRIS²-Auftrag bleibt Kurstreiber im Hintergrund

Der Großauftrag für 18 Satellitenplattformen im Rahmen des EU-Programms IRIS² Secure Connectivity, den OHB am vergangenen Dienstag mit SES besiegelte, wirkt weiterhin als Rückgrat der positiven Unternehmensnachrichten.

Das Auftragsvolumen von knapp einer Milliarde Euro folgte auf den offiziellen Start der Umsetzungsphase des Programms Anfang August. Nach Angaben von Reuters rechnet Vorstandschef Marco Fuchs mit weiteren Aufträgen im Rahmen des Projekts. Seit der Meldung legte die Aktie um 1,3 Prozent zu – ein moderater Effekt angesichts der Auftragsgröße.

Die aktuellen Zusatzmeldungen zu Rocket Factory und LuxSpace unterstreichen, dass OHB nicht allein vom IRIS²-Geschäft abhängt. Für Anleger dürfte das ein Signal sein, dass sich das Auftragsbuch über mehrere Sparten hinweg füllt, auch wenn die konkreten Erlöse aus den jüngsten Verträgen noch nicht beziffert wurden.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Trotz der operativen Fortschritte zeigt sich die Aktie charttechnisch angeschlagen. Am Donnerstag legte das Papier um 4,4 Prozent zu und schloss bei 185,40 Euro.

Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Rückgang von 28 Prozent zu Buche, ausgelöst unter anderem durch die vor über einem Monat durchgeführte Kapitalerhöhung, die seither mit einem Kursrückgang von 52,4 Prozent belastet. Der Kurs notiert damit rund 24 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 243,28 Euro.

Der Blick auf die längere Frist relativiert das Bild etwas: Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch mit 58 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 173 Prozent.

Die Aufnahme in den SDAX vor gut drei Wochen, die den Bekanntheitsgrad des Titels erhöhte, konnte den jüngsten Abwärtstrend nicht stoppen – seither verlor die Aktie 28,4 Prozent. Die operativen Fortschritte bei Rocket Factory und LuxSpace liefern nun frische fundamentale Argumente, die vom belasteten Chartbild bislang jedoch überlagert werden.

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