Ocugen, Aktie

Ocugen Aktie: Roots-Deal sichert 255 Millionen Meilensteine

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 20:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ocugen meldet einen Nordafrika-Deal und verfügt über Liquidität bis 2028, während Studiendaten, Verluste und der Aktienkurs unter Druck stehen.

Ocugen zwischen Studiendämpfer, Lizenzdeal und neuen Daten
Abstrakte Darstellung eines modernen biotechnologischen Labors mit Fokus auf medizinische Innovation und Forschung. Illustration mit AI erstellt.

Ocugen hat sich in den vergangenen Wochen zwischen Rückschlag und Fortschritt bewegt. Während die Stargardt-Studie OCU410ST für Unruhe sorgte, meldete das Unternehmen zugleich neue Lizenzgeschäfte und rückt mit wichtigen Datenpaketen in den Fokus der Anleger.

Lizenzvertrag für Nordafrika und Mittleren Osten

Mitte Juli hatte Ocugen mit Roots Pharmaceutical einen bindenden Term-Sheet-Vertrag für die Lizenzierung der Gentherapie OCU400 bei Retinitis pigmentosa im Nahen Osten und in Nordafrika bekanntgegeben. Das Abkommen sieht kumulierte Verkaufsmeilensteine von bis zu 255 Millionen US-Dollar vor, dazu Lizenzgebühren in Höhe von 22 Prozent der Nettoumsätze.

Ocugen bleibt dabei für Herstellung und Belieferung des Präparats verantwortlich. Für ein Unternehmen mit begrenzten eigenen Vertriebsstrukturen ist ein solcher Partnerdeal ein Weg, Marktpotenzial außerhalb der Kernregionen USA und Europa zu heben, ohne selbst in lokale Zulassungs- und Vertriebsapparate investieren zu müssen.

Zwei Datenpunkte mit Signalwirkung

Am 24. September präsentiert Dr. Raj K. Maturi auf der 59. Jahrestagung der Retina Society in Los Angeles die 12-Monats-Ergebnisse der Phase-2-Studie ArMaDa zu OCU410 bei geografischer Atrophie im Rahmen der trockenen altersbedingten Makuladegeneration.

Diese Daten dürften mit Spannung erwartet werden, nachdem die Interimsanalyse zur separaten Stargardt-Studie OCU410ST Anfang September negative Effektrichtung zeigte und den Kurs belastet hatte. Ein unabhängiges Datenüberwachungskomitee empfahl zwar, die Studie mit vollständigen 8-Monats-Daten aller 63 eingeschlossenen Probanden fortzusetzen, verwies jedoch auch auf mögliche Futility-Erwägungen.

Parallel dazu steht für das Programm OCU400 bei Retinitis pigmentosa der Ausblick auf die Phase-3-Studie liMeliGhT im Raum, deren Top-Line-Daten für das erste Quartal 2027 erwartet werden.

Nach Einschätzung von Terry Chrisomalis von Biotech Analysis Central, der eine Hold-Bewertung für Ocugen aufrechterhält, zeigt gerade dieses Programm klinisch vielversprechende Fortschritte, während OCU410ST nach der negativen Interimsanalyse mit Unsicherheit behaftet bleibt.

Kapitalpolster bis 2028

Finanziell hat sich Ocugen mit einer im Mai abgeschlossenen Anleihe über 130 Millionen US-Dollar zu 6,75 Prozent Zinsen, fällig 2034, Luft verschafft.

Nach Rückzahlung eines Darlehens bei Avenue Capital reicht die Barreserve nach Unternehmensangaben bis ins Jahr 2028. Diese Reichweite dürfte insbesondere angesichts der laufenden Phase-3-Programme für OCU410 und OCU400 sowie der offenen Fragen um OCU410ST von Bedeutung sein.

Auf der Kostenseite zeigte das zweite Quartal 2026 einen Nettoverlust von rund 24,9 Millionen US-Dollar bei einem operativen Cashflow von minus 12,2 Millionen US-Dollar. Der Umsatz von 1,48 Millionen US-Dollar übertraf zwar die Konsensschätzung deutlich, der Verlust je Aktie fiel mit 0,07 US-Dollar aber etwas höher aus als von Analysten erwartet.

Kurs unter Druck, Bewertung angeschlagen

Der Aktienkurs spiegelt die angespannte Nachrichtenlage wider: Am Freitag schloss das Papier bei 0,8920 Euro, nur 6,2 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 0,84 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 2,35 Euro, erreicht im März, klafft dagegen eine Lücke von 62 Prozent – ein Abstand, der die Serie negativer Nachrichten der vergangenen Monate unterstreicht.

Für Anleger dürfte sich entscheiden, ob die anstehenden Datenpakete zu OCU410 und OCU400 das verlorene Vertrauen zurückgewinnen können, während der Ausgang der Stargardt-Studie noch offen bleibt.

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