OCI, NNS

OCI: NNS bietet 4,10 Euro je Aktie

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 02:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NNS bietet OCI-Aktionären 4,10 Euro je Aktie. Die Annahme läuft bis 17. November; ab 95 Prozent ist ein Squeeze-out vorgesehen.

Industrielle Chemieanlage mit Türmen und Dampf bei Sonnenuntergang am Hafen
OCI N.V. NL0010558797 betreibt eine große Stickstoffdünger- und Methanolanlage im Industriehafen bei Sonnenuntergang Illustration mit AI erstellt.

Aktionäre des Chemieunternehmens OCI können ab dem heutigen Dienstag ihre Anteile an die NNS Holding andienen. Die auf Zypern ansässige Beteiligungsgesellschaft bietet den Anteilseignern 4,10 Euro je Aktie in bar, wie aus den von der niederländischen Finanzmarktaufsicht AFM genehmigten Angebotsunterlagen hervorgeht. Der Angebotspreis versteht sich inklusive etwaiger Dividendenansprüche. An der Börse schloss das Papier gestern bei 4,06 Euro.

Konditionen und Zeitplan der Barofferte

Die offizielle Annahmefrist läuft vom heutigen 15. September bis zum 17. November dieses Jahres, wobei eine Verlängerung möglich bleibt. Für das Zustandekommen der Übernahme hat NNS keine Mindestannahmeschwelle festgesetzt. Der Vollzug der Transaktion wird für das vierte Quartal angestrebt. Zudem soll Ende Oktober eine außerordentliche Hauptversammlung der OCI stattfinden, auf der die Transaktion mit den Aktionären erörtert wird.

Finanziell zielt die Offerte auf den verbleibenden Streubesitz ab, während Großteile des Kapitals bereits fest gebunden sind. Die NNS Holding hält bereits einen direkten Anteil von rund 57,32 Prozent an OCI. Zusammen mit den Anteilen von Nassef Sawiris beläuft sich diese Beteiligung auf rund 57,50 Prozent.

Weitere Familienmitglieder kontrollieren zusammen 19.167.618 Aktien, was einem Anteil von rund 9,07 Prozent entspricht. Für dieses Paket besteht eine bindende Vereinbarung, die Papiere nicht in das Angebot einzureichen.

Geteilte Reaktionen im Führungsgremium

Im Board von OCI stößt das Barangebot auf Zustimmung, wenngleich mit Einschränkungen bei der Stimmabgabe. Die Direktoren, die weder der Sawiris-Familie angehören noch von der zuständigen Unternehmenskammer des Gerichts (Enterprise Chamber) entsandt wurden, empfehlen den Aktionären die Annahme der Offerte. Sie stufen das Gebot als fair ein.

Demgegenüber nehmen die durch die Enterprise Chamber bestellten Direktoren eine neutrale Haltung ein. Gestützt auf ein Gutachten der Beratungsgesellschaft AXECO bezeichnen sie den Preis von 4,10 Euro je Aktie zwar als nicht unzumutbar, sprechen jedoch keine ausdrückliche Empfehlung zur Annahme aus. Die direkt betroffenen Familienmitglieder waren an der Beschlussfassung nicht beteiligt.

Perspektive auf Delisting und Squeeze-out

Für die freien Aktionäre stellt das Angebot eine Liquiditätsmöglichkeit dar, markiert jedoch zugleich den möglichen Abschied des Unternehmens vom öffentlichen Kapitalmarkt.

Sollte NNS infolge der Transaktion und im Zusammenspiel mit bestehenden Beständen eine Schwelle von mindestens 95 Prozent des Aktienkapitals erreichen, ist die Einleitung eines Squeeze-out-Verfahrens vorgesehen. In diesem Fall würde der vollständige Rückzug der OCI von der Börse folgen.

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