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Nvidia Aktie: Vera-Rubin-Speicher halbiert auf 96 Gigabyte

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 11:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Steigende Speicherpreise zwingen Nvidia zu Kürzungen bei der Vera-Rubin-Plattform. Der Aktienkurs fällt unter den 200-Tage-Durchschnitt.

Nvidia Aktie: Speicherkosten belasten Vera-Rubin-Plattform
Abstraktes, atmosphärisches Bild eines modernen Rechenzentrums mit leuchtenden Glasfaserkabeln und Server-Infrastruktur Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia rutscht unter seinen 200-Tage-Durchschnitt. Der Auslöser liegt nicht im Chartbild, sondern in der Fertigung: Steigende Speicherpreise zwingen den Konzern offenbar dazu, die nächste Chip-Generation technisch zu beschneiden.

Die Aktie schloss am Mittwoch bei 166,16 Euro, ein Tagesverlust von 4,08 Prozent. Damit liegt der Kurs 17,95 Prozent unter dem Mai-Hoch von 202,50 Euro. Der 14-Tage-RSI ist auf 37,8 gefallen — die Aktie nähert sich überverkauftem Terrain.

Speicherpreise zwingen zu Kürzungen

Im Zentrum der Unruhe steht die kommende Vera-Rubin-Plattform. Speicherchips machen inzwischen rund 29 Prozent der Produktionskosten aus, deutlich mehr als das angepeilte Ziel von 20 Prozent. Nvidia reagiert offenbar mit einem drastischen Schnitt: Die Speicherkapazität der Vera-CPUs soll von 192 auf 96 Gigabyte halbiert werden.

Das trifft das gesamte System. Der Gesamtspeicher eines NVL72-Racks sinkt dadurch von 55 Terabyte auf etwa 28 Terabyte. Um die Bruttomarge nahe der bisherigen 75 Prozent zu verteidigen, bereitet Nvidia zusätzlich Preiserhöhungen von 20 bis 30 Prozent für Consumer-GPUs vor.

Die Kürzung wirft eine Frage auf, die über ein einzelnes Bauteil hinausgeht: Wie stark belastet die globale Speicherknappheit die gesamte KI-Hardware-Branche in den kommenden Quartalen? Nvidia ist nicht der einzige Chiphersteller, der auf steigende Speicherkosten reagieren muss.

China-Geschäft unter Beobachtung

Zur Unsicherheit bei der Hardware kommt politischer Druck. Nvidia-Chef Jensen Huang traf sich jüngst mit US-Handelsminister Howard Lutnick, während die US-Regierung mögliche Verstöße gegen die Exportregeln für China untersucht. Berichten zufolge sollen chinesische KI-Startups wie Moonshot und Alibaba trotz strikter Exportbeschränkungen für die GB300-Serie weiterhin Zugang zu fortschrittlichen Blackwell-GPUs erhalten — über Drittanbieter-Server etwa in Thailand.

Milliarden-Investitionen der Kunden im Fokus

Die Kursschwäche fällt mitten in die Berichtssaison der größten Nvidia-Kunden. Microsoft und Meta Platforms meldeten robustes Wachstum, die Azure-Umsätze von Microsoft legten um 43 Prozent zu. Anleger richten den Blick zunehmend auf die Frage, ob sich die enormen Investitionen in KI-Infrastruktur langfristig rechnen.

Allein Alphabet, Amazon und Meta dürften 2026 zusammen mehr als 500 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur stecken. Kritiker bemängeln zudem die zirkuläre Natur einiger dieser Deals. Nvidia hält Beteiligungen an eigenen Kunden, etwa am Cloud-Anbieter CoreWeave, der zuletzt zusätzliche 2 Milliarden Dollar vom Chiphersteller erhielt.

Chartbild an einer wichtigen Marke

Charttechnisch steht Nvidia an einer entscheidenden Stelle. Der Kurs notiert knapp unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 166,29 Euro — nach einem Rückgang von 9,43 Prozent innerhalb der vergangenen sieben Handelstage. Ob diese Marke als Unterstützung hält, dürfte die kurzfristige Richtung mitbestimmen.

Klarheit über den Umgang mit den Speicherproblemen und den Fahrplan für Vera Rubin dürfte der Quartalsbericht zum zweiten Geschäftsquartal 2027 bringen. Nvidia hat die Telefonkonferenz dazu für Mittwoch, den 26. August 2026, angesetzt.

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