Nvidia Aktie: MediaTek übernimmt NVLink Fusion
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nvidia investiert 3,5 Milliarden Dollar in Wandelanleihen von MediaTek. Der Schritt, den beide Unternehmen am Montag bekanntgaben, markiert eine deutliche Ausweitung ihrer Zusammenarbeit über Cloud-KI-Infrastruktur, lokales KI-Computing und Automobiltechnik hinweg.
Im Zentrum der Partnerschaft steht die Übernahme von Nvidias NVLink-Fusion-Plattform durch MediaTek. Damit erhalten Hyperscaler und Entwickler von Frontier-Modellen einen vorvalidierten Weg, eigene XPU-Chips zu entwickeln, die sich in Nvidias Rack-Scale-Architektur für KI-Fabriken einbinden lassen. Die Kooperation reicht laut Unternehmensangaben zusätzlich in den PC- und Automobilbereich hinein.
Zahlen aus dem Rekordquartal stützen die Expansion
Der Deal mit MediaTek folgt auf ein Quartal, das Nvidia am Mittwoch vergangener Woche vorgelegt hatte. Für das zweite Fiskalquartal 2027 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent zum Vorquartal und 106 Prozent zum Vorjahr.
Die Bruttomarge lag sowohl nach GAAP als auch non-GAAP bei 75,0 Prozent. Für das laufende Quartal stellte Nvidia einen Umsatz von 108,0 Milliarden Dollar in Aussicht, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus zwei Prozent.
Das Management rechnet für das Fiskaljahr 2028 mit einem Umsatzwachstum von 70 Prozent, warnte zugleich vor Margendruck durch steigende Speicherkosten und Lieferengpässe, die eine vollständige Bedienung der Nachfrage erschweren könnten.
Die neue Vera-Rubin-Plattform, die inzwischen bei Partnern wie CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure und Nebius in Serie läuft, soll nach eigenen Angaben rund 20 Prozent des Rechenzentrumsumsatzes im laufenden Quartal beisteuern.
Weitere Bausteine der Wachstumsstrategie
Neben MediaTek hat Nvidia in den vergangenen Tagen weitere strategische Anbindungen bekanntgegeben. SpaceXAI will Nvidias Vera-CPUs einsetzen, um agentische KI-Anwendungen zu beschleunigen – unter anderem für die KI-Infrastruktur von Grok sowie für den ersten Starmind-Satelliten, der die Vera-Rubin-NVL72-Architektur ins All erweitert. Zudem ist der Interaktions-Beschleuniger Groq 3 LPX in die Vollproduktion gegangen; Nebius ist der erste Cloud-Anbieter, der ihn einsetzt.
Diese Häufung an Ankündigungen zeigt, wie Nvidia sein Ökosystem über Cloud-Anbieter, Automobilhersteller und selbst Raumfahrtprojekte hinweg verzahnt. Für Anleger bedeutet das: Das Unternehmen verlässt sich nicht allein auf klassisches Rechenzentrumsgeschäft, sondern schafft mit NVLink Fusion eine Plattform, die Drittanbieter-Chips technisch an die eigene Infrastruktur bindet.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich am Dienstag ein leicht rückläufiger Kurs von 187,90 Euro, nach 190,04 Euro am Vortag – ein Minus von 1,1 Prozent. Damit notiert die Aktie weiterhin rund 7,2 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro vom 14. Mai, hat sich aber deutlich von ihrem Jahrestief im September vergangenen Jahres entfernt.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 27 Prozent zu Buche. Die jüngsten strategischen Schritte scheinen den Markt kurzfristig kaum zu bewegen – die fundamentale Wachstumsstory bleibt jedoch intakt, gestützt durch Umsatzguidance und die Diversifizierung der Partnerschaften.
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