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Nvidia Aktie: Ives sieht Knappheit

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 21:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ives führt Nvidia unter seinen Tech-Favoriten; zugleich bleibt offen, wie viele der chinesischen Kartenbestellungen der Konzern bedienen kann.
Nvidia US67066G1040 KI-Roboterkopf mit neuralem Netz und Chip-Platine im Pop-Art-Comic-Stil nach Lichtenstein Illustration mit AI erstellt.

Dan Ives sortiert seine Tech-Favoriten neu, und Nvidia steht plötzlich ganz oben. Der Analyst begründet das mit einem Engpass: Nicht die Nachfrage, sondern das Angebot an Rechenleistung bestimme den KI-Zyklus. Die China-Bestellungen der vergangenen Stunden passen erstaunlich gut zu diesem Bild.

Die These: Knappheit bis 2027

Ives startete Anfang Oktober mit eigener Coverage bei Yorkville Ives. Sein Team rechnet mit einer Ausgabenwelle von vier Billionen Dollar in den kommenden Jahren und sieht die Infrastrukturebene mindestens bis 2027 knapp. Wachstum verbuchten vor allem Unternehmen, die über seltene Rechenleistung, Speicher und Energie verfügen.

Nvidia setzt er auf Platz eins, vor Microsoft, Palantir, Apple und CrowdStrike. Das Kursziel liegt bei 300 Dollar. Aufschlussreich ist der Wechsel: In seiner Liste für 2026 hatte noch Tesla einen Platz unter den fünf Favoriten, Nvidia nicht.

Chinas Hunger trifft auf Lieferlimit

Die Angebotsthese bekommt aus China Rückenwind. ByteDance, Alibaba und Tencent haben mehr als drei Millionen Karten vom Typ RTX PRO 5500 bestellt, zum Listenpreis ein Volumen von über 35 Milliarden Dollar. Die Workstation-Karte ist schwächer als H200 und B300, gehört aber zu den stärksten Nvidia-Chips, die chinesischen Kunden unter den Exportregeln offenstehen. Eingesetzt werden soll sie vor allem für KI-Inferenz.

Ob daraus Umsatz wird, ist offen. Nvidia hat Kunden und Partnern mitgeteilt, dass sich die Aufträge nicht garantiert erfüllen lassen. Partner könnten demnach nur fünf bis zehn Prozent der bestellten Mengen erhalten. Für 2027 signalisiert der Konzern eine Obergrenze von drei Millionen Karten weltweit. Hinzu kommt, dass Nvidia ab 2027 einen Großteil seiner TSMC-Kapazität für die Rubin-Plattform reservieren will.

Der Listenpreis markiert daher eher eine theoretische Obergrenze. In der Umsatzprognose für das dritte Quartal von 108 Milliarden Dollar sind Data-Center-Erlöse aus China ausdrücklich nicht enthalten.

Die Börse bleibt zurückhaltend

Die Aktie reagierte kaum. Im US-Handel legte sie zeitweise gut 0,3 Prozent auf rund 218 Dollar zu, nachdem sie vorbörslich leicht im Minus gelegen hatte. Marktbeobachter verweisen auf steigende Finanzierungskosten und Zweifel, ob sich die gewaltigen KI-Ausgaben bald auszahlen. Beim koreanischen KI-Dienstleister Elice brach die Aktie am ersten Handelstag um bis zu 32 Prozent ein, mehrere Börsenpläne aus dem KI-Umfeld liegen auf Eis.

Ives' These hat zudem eine Kehrseite. Sie funktioniert nur, solange die großen Cloudanbieter ihre Investitionen hochhalten. Außerdem sollte man den Absender einordnen: Ives hat im September einen eigenen KI-Fonds aufgelegt, zwei börsengehandelte Fonds tragen seinen Namen.

Konkreter Prüfstein ist die Rubin-Plattform. Erste Muster werden für Dezember erwartet, kommerzielle Auslieferungen für das erste Quartal 2027. Dann zeigt sich, wie schnell Nvidia die Knappheit selbst abbauen kann.

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