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Nvidia Aktie: Huang greift nach Hugging Face

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 12:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia steigert Umsatz und Ausblick deutlich, während höhere Speicherkosten die Marge belasten und ein Hugging-Face-Kauf geprüft wird.

Nvidia übertrifft Prognosen und plant Milliarden-Deal mit Hugging Face
Abstrakte Darstellung einer modernen Serverlandschaft mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für Künstliche Intelligenz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia hat geliefert – und legt gleich nach. Die Quartalszahlen übertrafen die ohnehin hohen Erwartungen deutlich, und kaum war die Zahlenflut verdaut, meldeten Insider bereits den nächsten Coup: eine milliardenschwere Übernahme im Open-Source-KI-Ökosystem.

Der Umsatz im zweiten Geschäftsquartal 2027 kletterte auf 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von rund 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft allein wuchs um 117 Prozent auf 89 Milliarden Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr stellte Nvidia ein Umsatzwachstum von 70 Prozent in Aussicht – der Marktkonsens hatte lediglich mit 44 bis 45 Prozent gerechnet.

An der Börse kam das gut an. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel nach anfänglicher Verunsicherung um mehr als 5 Prozent zu, nachdem CEO Jensen Huang von einer "anhaltend beschleunigten" Nachfrage sprach und die neue Vera-Rubin-Plattform als bereits in voller Produktion beschrieb.

Asiens Chip-Zulieferer reagierten unterschiedlich: Speicherchip-Werte wie SK Hynix legten zu, Testausrüster wie Advantest gaben nach – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Margenbelastung durch höhere Speicherkosten genau im Blick behält.

Hugging Face als nächster Baustein

Parallel zu den Zahlen kursierten Berichte über eine Übernahme der Open-Source-Plattform Hugging Face für 12,9 Milliarden Dollar. Bestätigt ist der Deal offiziell nicht, mehrere Berichte stützen sich auf Personen mit Kenntnis der Gespräche.

Sollte er zustande kommen, würde Nvidia eine der meistgenutzten Plattformen für offene KI-Modelle unter sein Dach holen – ein weiterer Schritt, um die eigene Position vom Chip bis zur Software-Ebene auszubauen.

Die Bruttomarge lag im Berichtsquartal bei rund 75 Prozent, für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen wegen steigender Speicherkosten mit einem Rückgang auf 72 bis 73 Prozent. An die Aktionäre flossen im Quartal über Rückkäufe und Dividenden rund 26 Milliarden Dollar zurück, mehr als 60 Prozent des freien Cashflows sollen künftig in diese Kanäle gehen.

Analysten uneins bei der Kurszielhöhe

Die Reaktionen der Investmentbanken fielen fast durchweg positiv aus, unterscheiden sich aber deutlich in der Höhe der neuen Kursziele:

  • Goldman Sachs: 300 Dollar (zuvor 285), Einstufung "Buy"/"Neutral" je nach Analyse
  • JPMorgan: 320 Dollar, "Overweight"
  • Mizuho: 315 Dollar, "Outperform"
  • KeyBanc: 330 Dollar, "Overweight"
  • BofA Securities: 350 Dollar, "Buy"
  • Melius Research: 420 Dollar, "Buy"

Die Spanne zwischen 300 und 420 Dollar zeigt: Einigkeit über die Wachstumsstory herrscht, Uneinigkeit aber darüber, wie stark sich die höheren Speicherkosten auf die Marge und damit auf die faire Bewertung auswirken. Auffällig ist zudem der Verweis mehrerer Analysten auf die Auftragslage – die Kaufverpflichtungen kletterten von 119 auf 279 Milliarden Dollar, insgesamt stehen Gesamtverpflichtungen von 366 Milliarden Dollar in den Büchern.

Der DAX und andere europäische Indizes reagierten am Donnerstag verhalten positiv auf die Nvidia-Zahlen, während der Blick der Anleger sich bereits Richtung Jackson Hole verschiebt, wo Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag seine mit Spannung erwartete Rede hält.

Für Nvidia selbst bleibt die entscheidende Marke die Umsetzung des angekündigten 70-Prozent-Wachstumsziels für 2028 – und ob die geplante Hugging-Face-Übernahme in den kommenden Wochen offiziell bestätigt wird.

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