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Nvidia Aktie: Burry baut Short-Wette auf

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 12:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ares beziffert vernetzte Finanzierungen auf 573 Milliarden Dollar; zugleich sichern geplante Chipkäufe und Speicherverhandlungen Nvidias Nachfrage ab.

Fotorealistische Nahaufnahme einer generischen Grafikkarte mit schwarzem PCB, Kupfer-Kühlrippen und elektronischen Bauteilen auf dunklem Hintergrund
Nvidia US67066G1040 zeigt eine generische GPU-Platine mit Kupfer-Kühlkörper und elektronischen Bauteilen im Studi??icht Illustration mit AI erstellt.

Wenn Michael Burry gegen eine Branche wettet, hört die Finanzwelt genau hin. Der durch die Finanzkrise bekannt gewordene Investor hat frische Short-Positionen gegen Nvidia sowie weitere Tech-Schwergewichte offengelegt.

Seine These wiegt schwer: Die künstliche Intelligenz sei inzwischen zu einer tragenden Säule der gesamten US-Wirtschaft geworden, weshalb die Regierung einen Zusammenbruch des Booms kaum zulassen könne. Für mich ist dieser Vorstoß zwar ein willkommener Mahnruf gegen überzogene Erwartungen, doch die Bären unterschätzen Nvidias unverzichtbare Marktstellung.

Das 573-Milliarden-Dollar-Geflecht unter Druck

Burrys Skepsis speist sich vor allem aus einer aktuellen Untersuchung von Ares Management. Der Vermögensverwalter verweist auf ein komplexes Finanzierungsnetzwerk von rund 573 Milliarden US-Dollar über 26 Transaktionen im Verlauf der vergangenen zwölf Monate.

Über Kredite, Leasingverträge und Garantien sind Konzerne wie Microsoft, Meta, Google und Nvidia eng miteinander verknüpft. Als besonders alarmierend stuft Ares den Wertverlust ein: Der Restwert von Nvidias H100-Beschleunigern fiel demnach über einen Zeitraum von drei Jahren um 51 Prozent.

Dieser rapide Preisverfall gebrauchter Hardware zeigt die Schwachstelle der aggressiv expandierenden Rechenzentrumsbetreiber auf. Wenn Prozessoren schneller an Wert verlieren, als die dafür aufgenommenen Schulden abgetragen werden können, geraten die Bilanzen der Kunden ins Wanken.

Doch aus meiner Sicht kehrt sich genau dieses Risiko für den Chiphersteller ins Positive um: Die Hyperscaler können es sich technologisch schlichtweg nicht leisten, auf veralteter Hardware sitzenzubleiben. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sie fortlaufend in Nvidias neueste Generationen investieren.

Meta und xAI sichern die Nachfrage

Zwar birgt die Konzentration auf wenige Großabnehmer Risiken. Doch solange Tech-Riesen wie Meta oder Elon Musks xAI, die in Kürze weitere 220.000 GB300-Prozessoren in Betrieb nehmen wollen, Großaufträge platzieren, läuft die Nachfragemaschinerie auf Hochtouren.

Um diesen immensen Bedarf auch fertigungstechnisch abzusichern, treibt Konzernchef Jensen Huang die Kooperationen mit den wichtigsten Speicherherstellern voran. Heute trifft sich Huang in New York mit den Spitzen von Samsung und SK, um Lieferungen künftiger HBM4E- und HBM5-Speichergenerationen zu erörtern.

Nvidia überlässt bei den unverzichtbaren Hochleistungskomponenten nichts dem Zufall und baut die technologischen Eintrittsbarrieren für die Konkurrenz damit noch weiter aus.

Die operative Realität schlägt die Skepsis

Am Markt schlägt sich Burrys Attacke heute in einem leichten Kursrückgang von 0,9 Prozent auf 195,94 Euro nieder. Panik sieht anders aus: Die Aktie notiert weiterhin in unmittelbarer Nähe ihres 52-Wochen-Hochs von 202,50 Euro.

Unterm Strich halte ich Burrys Warnungen vor systemischen Risiken in der zweiten Reihe der KI-Infrastruktur für berechtigt. Doch für den unangefochtenen Branchenprimus überwiegen die Chancen: Solange die finanzstärksten Konzerne der Welt Schlange stehen, dürften Nvidias operative Gewinne die Bären ein weiteres Mal Lügen strafen.

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