Nvidia Aktie: Berlin holt Huang
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 20:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Bundesregierung will Nvidia für ihre KI-Strategie gewinnen. Kommende Woche soll eine Kooperation zur Industrie-KI vorgestellt werden, Konzernchef Jensen Huang reist dafür nach Berlin. Der Zeitpunkt fällt in eine Phase, in der Tech-Werte unter Druck stehen.
Physical AI im Zentrum
Die Vereinbarung soll beim Investitionsgipfel "Invest in Germany" präsentiert werden. Huang wird am Montagabend zum Auftakt erwartet und soll dort auch Bundeskanzler Friedrich Merz treffen. Regierungskreise bestätigten entsprechende Berichte. Offiziell verkündet ist der Deal noch nicht.
Inhaltlich geht es um sogenannte physische KI. Gemeint sind Systeme, die mit der realen Welt interagieren: Industrieroboter, autonome Fahrzeuge, automatisierte Fabriken. Hinzu kommt die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle für die Industrie. Das Vorhaben soll auf dem Forschungsprojekt SOOFI aufbauen, das souveräne Open-Source-Modelle entwickelt.
Zum Umfang gibt es bislang nur Andeutungen. Die Rede ist von einem dreistelligen Millionenbetrag, den der Bund investieren könnte. Rund ein Dutzend deutsche Unternehmen sollen sich beteiligen, darunter Siemens, Audi und Black Forest Labs. Welche konkreten Aufträge für Nvidia daraus entstehen, ist offen.
Das Unternehmen ist in Deutschland kein Neuling. Mit der Deutschen Telekom betreibt es seit Februar 2026 eine industrielle KI-Cloud in München mit rund 10.000 Grafikprozessoren. Die Automatisierung von Fabriken könnte einen weiteren Wachstumsmarkt neben den Rechenzentren der US-Konzerne eröffnen.
Neue Laptops, wacklige Stimmung
Parallel dazu bringt Nvidia mit Partnern wie ASUS, Dell, HP, Lenovo, Microsoft und MSI seine RTX-Spark-Laptops auf den Markt. Sie bieten bis zu 128 Gigabyte gemeinsamen Speicher und sollen große Sprachmodelle und KI-Agenten lokal ausführen. Die Preise beginnen bei 2.599 Dollar. Nvidia stößt damit stärker in den Windows-PC-Markt vor.
An der Börse bleibt die Lage nervös. Diese Woche belastete ein Ausverkauf bei KI-Werten den Sektor, Anleger flüchteten teilweise in Staatsanleihen. Besonders hoch verschuldete KI-Infrastrukturanbieter wie CoreWeave gerieten unter Druck. Dort verteuerte sich die Absicherung gegen Ausfälle binnen einer Woche spürbar.
Die Nvidia-Aktie gab am Freitagmittag auf Tradegate leicht auf rund 192,80 Euro nach. Die Kursziele der Analysten liegen laut jüngster Übersicht zwischen 300 und 400 Dollar. Dan Ives sieht im jüngsten Rücksetzer eine Kaufchance mit knapp 40 Prozent Potenzial.
Konkret wird es am Montag. Dann dürfte sich zeigen, welche Summen und Projekte die Bundesregierung und Nvidia tatsächlich vorstellen.
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