Nvidia Aktie: 1,5 Milliarden Dollar für SB Energy
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 04:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nvidia weitet sein Engagement bei der Finanzierung milliardenschwerer Rechenzentrumsprojekte deutlich aus. Am Montag bestätigte der Chiphersteller, eine Garantie von bis zu 105 Milliarden Dollar zu übernehmen, damit OpenAI ein von SB Energy, einer Tochter von SoftBank, entwickeltes Rechenzentrum in Ohio anmieten kann.
Zusätzlich investiert Nvidia 1,5 Milliarden Dollar direkt in SB Energy. Damit reiht sich das Unternehmen in eine Serie von Kapitalzusagen ein, die inzwischen weit über das klassische Chipgeschäft hinausreichen.
Vom Chiphersteller zum Infrastruktur-Financier
Die Ohio-Garantie ist Teil eines größeren Musters. Anfang August hatte Nvidia gemeinsam mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR Absichtserklärungen für Finanzierungsplattformen vorgestellt, die mehr als 500 Milliarden Dollar an Drittkapital für KI-Infrastruktur mobilisieren sollen.
Firmenchef Jensen Huang erklärte damals, Nvidia könne dabei bis zu 125 Milliarden Dollar oder 25 Prozent möglicher Deals absichern. Berichten von Reuters zufolge stand diese Struktur in der vergangenen Woche im Fokus privater Marktdiskussionen, wobei das Ziel der über 500 Milliarden Dollar an Drittkapital bekräftigt wurde.
Der Nachrichtendienst TechCrunch kommentierte die Konstruktion zusätzlich als Versuch, einen Sekundärmarkt für ältere Grafikprozessoren zu stützen – Nvidia solle dabei bis zu 25 Prozent möglicher Wertminderungen bei Sicherheiten abfedern.
Parallel dazu bestätigte Reuters, dass Nvidia bis zu 3 Milliarden Dollar in Lancium investieren will, den Entwickler hinter dem Stargate-Rechenzentrumscampus in Texas. Vorgesehen ist zunächst ein Anteil von rund 20 Prozent für 2 Milliarden Dollar, mit der Option auf eine weitere Milliarde bei Erreichen bestimmter Schwellenwerte.
Die Summe der Zusagen – von Ohio über die Bankenplattformen bis Texas – zeigt, wie stark Nvidia inzwischen als Kapitalgeber für die gesamte KI-Wertschöpfungskette auftritt, nicht nur als Lieferant von Hardware.
Kursreaktion und Ausblick auf Quartalszahlen
An der Börse kam die Häufung der Finanzierungszusagen zuletzt gemischt an. Die Aktie schloss am Dienstag bei 189,72 Euro, ein Minus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ebenfalls ein Rückgang von 2,5 Prozent zu Buche.
Trotz der jüngsten Schwäche notiert das Papier weiterhin rund 36 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 139,78 Euro und liegt binnen zwölf Monaten mit 26 Prozent im Plus.
Anleger richten den Blick zunehmend auf den kommenden Quartalsbericht: Nvidia kündigte an, die Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 – das am 26. Juli endete – am 26. August vorzulegen.
Die Telefonkonferenz ist für 14 Uhr Pacific Time angesetzt. Bis dahin dürfte die Frage im Vordergrund stehen, wie sich die wachsenden Garantieverpflichtungen im Zusammenhang mit OpenAI, SB Energy und den Bankenplattformen auf Bilanz und Risikoprofil des Unternehmens auswirken.
Zusätzlich wird an einem neuen offenen KI-Modell mit der Bezeichnung Nemotron 4 gearbeitet, das laut Reuters über eine Billion Parameter umfassen soll – ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest, das Training ist nach Angaben des Nachrichtendienstes noch nicht abgeschlossen.
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