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Novo Nordisk Aktie: ZEUS-Studie verfehlt Endpunkt

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vor dem Investorentag fordern Anleger bei Novo Nordisk mehr Vielfalt im Geschäft, während Umsatzrisiken, Patentfragen und Studienrückschläge belasten.
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Vor dem am morgigen Montag anstehenden Investorentag wächst bei Novo Nordisk der Druck seitens institutioneller Anleger. Investoren fordern vom dänischen Pharmakonzern eine beschleunigte Diversifizierung des Produktportfolios durch Zukäufe und Partnerschaften. Im Zentrum der Kritik steht die einseitige Abhängigkeit des Unternehmens von Mitteln zur Behandlung von Diabetes und Adipositas.

Aktuell steuern die beiden Blockbuster Ozempic und Wegovy mehr als 90 Prozent zum gesamten Konzernumsatz bei. Für das laufende Geschäftsjahr steht zudem ein erwarteter Umsatzrückgang von bis zu sechs Prozent im Raum. Gleichzeitig drohen in wichtigen Märkten erste Patentabläufe für den Wirkstoff Semaglutid, unter anderem in Indien, Brasilien, Kanada und der Türkei, bevor in den 2030er-Jahren auch der Schutz in Europa und den USA ausläuft.

Anleger blicken daher mit wachsender Skepsis auf die einseitige Ausrichtung. Eine breitere Aufstellung soll das Risiko abfedern, das mit dem Auslaufen der Exklusivitätsrechte und dem schärferen Wettbewerb im GLP-1-Segment einhergeht.

Kritik an Pipeline und Abhängigkeit

Investoren mahnen vor dem Aktionärstreffen konkrete Schritte an. Julia Angeles, Managerin beim Großaktionär Baillie Gifford, betonte, das Unternehmen müsse den Übergang aus der Abhängigkeit von Ozempic schlüssig erklären, wobei auch Partnerschaften für experimentelle Behandlungen infrage kämen.

Auch Eugen Uretzki, Analyst bei Flossbach, wies darauf hin, dass das Entwicklungspotenzial der vorhandenen Vermögenswerte des Konzerns erst noch bewiesen werden müsse.

Zusätzliche Dringlichkeit erhält die Debatte durch jüngste Rückschläge in der klinischen Forschung. In der Phase-3-Studie ZEUS verfehlte der Hoffnungsträger Ziltivekimab seinen primären Endpunkt zur Reduktion kardiovaskulärer Risiken bei Patienten mit atherosklerotischen Erkrankungen, chronischer Nierenkrankheit und systemischer Entzündung.

Das Management rechnet infolgedessen mit einer nicht-cash-wirksamen Wertminderung im dritten Quartal, wenngleich die bereinigte operative Gewinnprognose für das Gesamtjahr unberührt bleibt.

Konzernumbau und Marktumfeld

Novo Nordisk reagiert auf die veränderten Rahmenbedingungen mit umfassenden internen Maßnahmen. Im Rahmen eines Restrukturierungskurses wurden mehr als 9.000 Stellen gestrichen. Parallel dazu treibt CEO Mike Doustdar unter dem Motto „The Novo Way“ eine Neuausrichtung voran, bei der das Unternehmen im Alltag künftig verkürzt als „Novo“ auftritt, während die offizielle Firmierung unverändert bleibt.

An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen und Rückschläge wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 37,58 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 15 Prozent und liegt damit 31 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Ob das Management am Montag überzeugende Antworten auf die drängenden Fragen zur künftigen Wachstumsstrategie liefern kann, dürfte für die weitere Kursentwicklung entscheidend sein.

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