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Novo Nordisk Aktie: Wegovy-Verschreibungen an Kinder 300-fach gestiegen

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novo Nordisk sieht sich mit mehr Verschreibungen für Kinder, sinkenden US-Preisen und kritischen Analystenstimmen vor dem Kapitalmarkttag konfrontiert.

Modernes nordisches Forschungszentrum, Glasfassade, Skandinavisches Architekturdesign
Novo Nordisk A/S (DK0062498333): nordisches Forschungszentrum mit Glasfassade und klaren skandinavischen Linien Illustration mit AI erstellt.

Eine Studie über die Verschreibung von GLP-1-Präparaten an sehr junge Patienten sorgt für neue Aufmerksamkeit bei Novo Nordisk. Reuters berichtete am Freitag, dass die Zahl der Verschreibungen von Abnehmspritzen an Kinder unter zwölf Jahren in den USA seit 2019 um mehr als das 300-Fache gestiegen sei. Wegovy sei dabei das am häufigsten eingesetzte Präparat aus dem Hause Novo Nordisk in dieser Altersgruppe gewesen.

Für Anleger ist das Thema heikel, weil es die öffentliche Debatte um die Abgabepraxis der stark nachgefragten Abnehmmedikamente neu befeuert. Novo Nordisk steht damit erneut im Zentrum einer Diskussion, die über reine Absatzzahlen hinausgeht und regulatorische Risiken berühren könnte, sollte sich der Trend fortsetzen oder politische Reaktionen nach sich ziehen.

Preisdruck in den USA bleibt bestehen

Der Vorstoß in neue Patientengruppen fällt in eine Phase, in der Novo Nordisk sein US-Preisgefüge bereits deutlich verändert hat. Im November hatte sich das Unternehmen laut Reuters bereit erklärt, die Preise für Semaglutid-Produkte bei Medicare, Medicaid und im Direktverkauf an Patienten zu senken.

Ozempic und Wegovy fielen demnach von 1.000 beziehungsweise 1.350 US-Dollar pro Monat auf 350 US-Dollar über den Kanal TrumpRx. NovoLog und Tresiba wurden über denselben Kanal auf 35 US-Dollar pro Monat festgesetzt.

Diese Preisverschiebung trifft ein Unternehmen, das gleichzeitig versucht, sein Portfolio auf orale Darreichungsformen auszuweiten. Am vergangenen Freitag brachte Novo Nordisk die Wegovy-Tablette in Deutschland auf den Markt – nach Angaben von Reuters der erste Markt in der Europäischen Union für das orale Semaglutid-Präparat.

Der Schritt unterstreicht die strategische Bedeutung, die das Unternehmen der Tabletten-Variante beimisst, gerade weil Preisdruck und regulatorische Fragen den Spielraum bei etablierten Produkten zunehmend einengen.

Kapitalmarkttag am 21. September im Blick

Anleger richten den Blick nun zunehmend auf den Kapitalmarkttag am 21. September 2026, an dem das Management weitere strategische Weichenstellungen erläutern dürfte. JPMorgan bestätigte am 3. September nach Gesprächen mit dem Management eine neutrale Einstufung mit Kursziel 275 Kronen und verwies darauf, dass das Unternehmen den Start der Wegovy-Tablette als zentralen Fortschritt hervorhebe.

Deutsche Bank hatte am selben Tag eine deutlich skeptischere Position eingenommen und die Aktie auf Verkaufen mit Kursziel 265 Kronen zurückgestuft. Die Analysten begründeten dies mit Unsicherheit vor dem Kapitalmarkttag sowie mit der Einschätzung, dass der Wirkstoffkandidat Ziltivekimab nach einem gescheiterten Studienziel in einer späten Entwicklungsphase praktisch aus dem Rennen sei.

Kursverlauf spiegelt Unsicherheit

Die Aktie schloss am Freitag bei 40,09 Euro, ein Minus von 1,8 Prozent auf Tagesbasis. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 2,8 Prozent zu Buche, während sich der Titel seit Jahresbeginn um 8,9 Prozent verbilligt hat.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 54,86 Euro, notiert im Januar, trennen das Papier derzeit 27 Prozent – ein Abstand, der die anhaltende Skepsis rund um Preispolitik, Pipeline-Rückschläge und regulatorische Fragen widerspiegelt.

Personell vollzieht sich unterdessen ein kleinerer Wechsel: Myriam Mezher übernahm zum 1. September die Leitung für Griechenland und Zypern und folgt damit auf Olympios Papadimitriou, der 32 Jahre für das Unternehmen tätig war.

Für die Anlegerperspektive bleibt jedoch der Kapitalmarkttag am 21. September der entscheidende Termin, an dem sich zeigen dürfte, wie das Management die divergierenden Signale aus Preispolitik, Pipeline und neuen Absatzmärkten zusammenführt.

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