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Novo Nordisk Aktie: Wegovy-Pille mit drei Millionen Verschreibungen

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 00:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der dänische Pharmakonzern präsentiert am 5. August seine Q2-Zahlen. Analysten zeigen sich nach dem ZEUS-Fiasko gespalten, während die orale Wegovy-Pille weiterhin Marktanteile gewinnt.

Novo Nordisk vor Quartalszahlen: ZEUS-Rückschlag und Wegovy-Pille im Fokus
Abstrakte Darstellung einer modernen medizinischen Forschungsumgebung in einem sterilen, professionellen Labor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Novo Nordisk steckt zwischen zwei Fronten: Ein gescheiterter Studienarm hat die Stimmung zuletzt eingetrübt, während die orale Wegovy-Pille im Wettlauf mit Eli Lilly weiter überzeugt. Am Mittwoch, dem 5. August, legt der dänische Pharmakonzern seine Zahlen zum zweiten Quartal vor – für Anleger ist es der erste große Test, ob sich die Erholung der vergangenen Monate fortsetzt.

Die Aktie notiert aktuell bei 40,78 Euro und gibt im heutigen Handel um 0,28 Prozent nach. Der Relative-Stärke-Index von 41,4 signalisiert eine eher lustlose, aber nicht überverkaufte Marktlage. Zum 52-Wochen-Tief von 30,25 Euro, erreicht Anfang März, beträgt der Abstand inzwischen 34,83 Prozent – eine Erholung, die sich mit der von mehreren internationalen Medien berichteten Kursentwicklung seit dem März-Tief deckt.

ZEUS-Rückschlag belastet Stimmung

Der Kursdruck der vergangenen Woche geht auf das Scheitern der Phase-3-Studie ZEUS zurück. Der Entzündungshemmer Ziltivekimab senkte zwar Interleukin-6 und das Entzündungsprotein hs-CRP, reduzierte bei mehr als 6.300 Patienten mit arteriosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung aber keine schweren kardiovaskulären Ereignisse – die Hazard Ratio lag bei 0,99. Zudem traten unter dem Wirkstoff mehr schwere Infektionen auf. Die Novo-Nordisk-Aktie büßte am Freitag vergangener Woche rund 8,8 bis 8,9 Prozent ein, gemessen an den US-Notierungen.

Die Analysten von HSBC bekräftigten daraufhin ihre Hold-Einschätzung mit einem unveränderten Kursziel von 300 dänischen Kronen. Sie verweisen darauf, dass der ZEUS-Fehlschlag das Marktpotenzial von Ziltivekimab schmälert und zugleich das Risiko für die laufenden Studien ATHENA und ARTEMIS erhöht – das Vertrauen in die Forschungspipeline des Konzerns habe gelitten. Die Analysten von Citi sehen den jüngsten Ausverkauf zwar als übertrieben an, bleiben aber ebenfalls bei einer neutralen Einschätzung. Ihr Modell taxiert den Spitzenumsatz von Ziltivekimab auf drei Milliarden Dollar, risikoadjustiert auf 1,7 Milliarden Dollar – das entspreche lediglich drei Prozent der Gesamtbewertung des Konzerns. Ergebnisse zu den Anschlussstudien HERMES und ARTEMIS werden erst im ersten Halbjahr 2027 erwartet.

Analysten uneins vor Quartalszahlen

Seit Freitag haben nach dänischen Medienberichten zwölf Finanzhäuser ihre Einschätzung zu Novo Nordisk aktualisiert. Das Bild bleibt gespalten: Santander stuft die Aktie als Outperform mit Kursziel 366,84 dänische Kronen ein, Nordea und SB1 Markets vergeben ein Kaufvotum mit Zielen von 350 beziehungsweise 360 Kronen. Neun der zwölf Häuser raten dagegen zu Halten oder Neutral, darunter UBS, Citi und Morningstar mit Kurszielen zwischen 311 und 332 Kronen. Jefferies liegt mit 285 Kronen am unteren Ende, BNP Paribas bei 295 und Oddo BHF bei 305 Kronen. Eine Verkaufsempfehlung findet sich unter den zwölf jüngsten Einschätzungen nicht.

Für das laufende Jahr rechnet der Konsens mit sinkenden Gewinnen: Die Schätzung für den Gewinn je Aktie 2026 wurde zuletzt von 3,46 auf 3,38 US-Dollar gekappt, für 2027 von 3,44 auf 3,27 Dollar. Grund ist unter anderem die erwartete nicht zahlungswirksame Wertminderung im Zusammenhang mit dem ZEUS-Fehlschlag, die im dritten Quartal verbucht werden soll. Für das zweite Quartal erwartet der Marktkonsens einen Umsatz von 11,27 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 82 Cent.

Wegovy-Pille als Hoffnungsträger

Abseits der Studienrückschläge liefert das Adipositas-Geschäft weiter Rückenwind. Die orale Wegovy-Pille, seit Januar in den USA im Markt und seit Anfang August auch in der EU zugelassen, hat laut Verschreibungsdaten des Marktforschers IQVIA die Führungsposition gegenüber Eli Lillys oralem Konkurrenzprodukt Foundayo bislang behauptet und kommt auf mehr als drei Millionen Verschreibungen seit dem Start. Der US-Markt für Adipositas-Medikamente soll bis Ende des Jahrzehnts auf über 100 Milliarden Dollar wachsen. Bei den injizierbaren Präparaten liegt Lillys Zepbound laut den Daten allerdings weiterhin deutlich vor Wegovy. Novo Nordisk hat Eli Lilly im Juli wegen irreführender Werbung verklagt; Lilly weist die Vorwürfe zurück.

Das vergangene Jahr war für den Konzern turbulent: Vier Gewinnwarnungen, ein Stellenabbau von 9.000 Arbeitsplätzen und ein Wechsel an der Konzernspitze prägten 2025. Ob die Quartalszahlen am Mittwoch den Wendepunkt markieren, den viele Analysten erhoffen, oder ob die Prognose für 2026 – zuletzt mit einem erwarteten Rückgang zwischen vier und zwölf Prozent bereinigt – erneut nach unten korrigiert wird, dürfte über die kurzfristige Kursrichtung entscheiden.

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