Novo Nordisk Aktie: Semaglutid-Patent läuft 2032 aus
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 08:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im weltweiten Markt für Adipositas- und Diabetestherapien verschärfen sich die Machtverhältnisse zusehends. Während Konkurrent Eli Lilly Schätzungen zufolge mittlerweile rund 60 Prozent des Marktes kontrolliert, kommt Novo Nordisk auf etwa 38 Prozent. Für den dänischen Pharmakonzern wächst damit der Druck, die Weichen für die Ära nach dem bisherigen Hauptumsatzträger Semaglutid zu stellen.
Gestern verlor die Aktie von Novo Nordisk im Handel 7,4 Prozent auf einen Schlusskurs von 34,84 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Rückgang des Titels damit auf 21 Prozent.
Drohende Patentklippe und strikte Kostendisziplin
Der strategische Handlungsbedarf rührt vor allem vom auslaufenden Patentschutz her. Im Jahr 2032 endet die US-Exklusivität für Semaglutid, das den Wirkstoffkern der Erfolgspräparate Wegovy und Ozempic bildet. In China ging die Exklusivität bereits im laufenden Jahr verloren.
CEO Mike Doustdar bezeichnete den bevorstehenden Patentverlust vor Investoren als den sprichwörtlichen Elefanten im Raum. Um nach dem Wegfall der Schutzrechte breiter aufgestellt zu sein, setzt der Konzern auf eine Kombination aus Pipeline-Erneuerung und straffem Kostenmanagement.
Hoffnungsträger CagriSema und orale Therapien
Als wichtigster Hoffnungsträger für die Zeit nach Semaglutid gilt die Kombinationstherapie CagriSema. In der klinischen Phase-3-Studie Reimagine 5 bei Typ-2-Diabetes erreichte der Wirkstoff nach 60 Wochen eine Gewichtsreduktion von 12,4 Prozent, während das Vergleichspräparat Tirzepatid in der 5-Milligramm-Dosierung auf 9,1 Prozent kam.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA soll im vierten Quartal 2026 über die Zulassung zur Gewichtsregulierung entscheiden. Eine Markteinführung plant das Unternehmen für Anfang 2027.
Parallel dazu treibt das Management die Skalierung der Wegovy-Tablette voran. Die weltweite Fertigungskapazität für orale GLP-1-Wirkstoffe soll bis zum Ende des Jahrzehnts auf rund 15 Millionen Patienten verzehnfacht werden. Derzeit nutzen rund 1,5 Millionen Patienten die Tablettenform, wobei der Großteil der US-Verschreibungen auf Selbstzahler entfällt.
Zurückhaltende Analystenstimmen
Am Markt überwiegt dennoch die Skepsis, ob das avisierte Tempo ausreicht, um die anstehenden Patentabläufe vollständig zu kompensieren.
Soren Lontoft Hansen, Analyst bei der Sydbank, hob hervor, wie anspruchsvoll die Aufgabe bleibt, den Kapitalmarkt von den langfristigen Nachfolgekonzepten zu überzeugen.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 22. September liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
