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Novo Nordisk Aktie: HERMES und ATHENA beendet

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 09:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novo Nordisk beendet zwei Ziltivekimab-Studien, meldet zugleich positive Semaglutid-Daten bei Kindern und sieht die Aktie weiter unter Druck.

Modernes nordisches Forschungszentrum, Glasfassade, Skandinavisches Architekturdesign
Novo Nordisk A/S (DK0062498333): nordisches Forschungszentrum mit Glasfassade und klaren skandinavischen Linien Illustration mit AI erstellt.

Novo Nordisk hat am Montag zwei weitere Phase-3-Studien zu seinem Herz-Kreislauf-Kandidaten Ziltivekimab eingestellt. Die Studien HERMES und ATHENA wurden nach einer sogenannten Futility-Analyse beendet – die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ergebnisses galt demnach als zu gering. Es ist bereits der zweite Rückschlag für das Programm: Bereits im Juli war die ZEUS-Studie zu dem Interleukin-6-Hemmer gescheitert.

Für Anleger ist das ein erneuter Dämpfer bei der Diversifizierung abseits des Diabetes- und Adipositas-Geschäfts. Novo Nordisk hatte auf Ziltivekimab gesetzt, um sich ein zweites Standbein in der Kardiologie aufzubauen.

Eine Studie läuft nach der Streichung noch weiter: Sie untersucht das Präparat bei Patienten nach einem Herzinfarkt, Ergebnisse werden erst 2027 erwartet. Bis dahin bleibt offen, ob aus dem Wirkstoff überhaupt noch ein vermarktungsfähiges Produkt wird.

Kindliche Adipositas als Gegengewicht

Parallel zu den Rückschlägen im Herz-Kreislauf-Bereich meldete Novo Nordisk am Montag positive Daten aus der STEP-Young-Studie. Das Präparat Semaglutid, kombiniert mit Diät und Bewegung, erreichte bei Kindern zwischen sechs und unter zwölf Jahren mit Adipositas – mehr als 85 Prozent davon mit schwerer Ausprägung – seinen primären Endpunkt.

Nach 68 Wochen galten 40,4 Prozent der behandelten Kinder nicht mehr als adipös, in der Placebo-Gruppe waren es null Prozent. Das Sicherheitsprofil entsprach demnach den bisherigen Erfahrungen mit dem Wirkstoff.

Die Studie ist die erste ihrer Art in dieser jungen Altersgruppe und könnte perspektivisch eine Erweiterung der Zulassung für Wegovy auf jüngere Kinder ermöglichen. Für ein Unternehmen, dessen Wachstumsstory maßgeblich von der Reichweite seiner Adipositas-Therapien abhängt, ist das ein strategisch bedeutsames Signal – auch wenn der Weg von den Studiendaten bis zu einer möglichen Zulassungserweiterung noch lang ist.

Kurs bleibt unter Druck

Die gemischte Nachrichtenlage hat der Aktie zuletzt nicht geholfen. Am Montag schloss das Papier im deutschen Handel bei 39,83 Euro, ein Minus von 0,7 Prozent. Auf Jahressicht steht Novo Nordisk mit 9,5 Prozent im Minus, vom 52-Wochen-Hoch aus Januar bei 54,86 Euro trennen die Aktie mittlerweile 27 Prozent.

Der Kurs notiert derzeit auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 41,60 Euro, was auf eine kurzfristig angeschlagene Stimmung hindeutet. Ein RSI von 46,8 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation – der Markt scheint die widersprüchlichen Nachrichten noch nicht eindeutig eingepreist zu haben.

Für Anleger dürfte sich die Aufmerksamkeit nun auf die Frage richten, wie stark der Wegfall des Ziltivekimab-Programms das langfristige Diversifizierungsziel des Unternehmens belastet. Die STEP-Young-Daten liefern zumindest einen Beleg dafür, dass das Kerngeschäft mit Adipositas-Therapien noch erhebliches Ausbaupotenzial besitzt – auch wenn sich dieses Potenzial erst über Jahre in Umsatz übersetzen dürfte.

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