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Novo Nordisk Aktie: Ausblick rauf, Pipeline runter

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 22:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novo Nordisk hebt die Jahresprognose an, verbucht aber zugleich hohe Abschreibungen auf Forschungsprojekte. Das starke Wegovy-Geschäft steht einem gescheiterten Studienkandidaten gegenüber.

Novo Nordisk: Jahresausblick verbessert, aber Milliardenabschreibung auf Pipeline
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Forschungslabors mit klinischem Licht und glänzenden Oberflächen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Novo Nordisk hebt seine Jahresprognose an — und schreibt im selben Atemzug Milliarden an Pipeline-Werten ab. Der dänische Pharmakonzern zeigt am Mittwoch ein zweigeteiltes Bild: starkes operatives Geschäft, aber ein Rückschlag in der Forschung und ein Bilanzhieb durch Abschreibungen.

Wegovy treibt das Geschäft

Im zweiten Quartal 2026 stiegen die bereinigten Erlöse um 7 Prozent auf 78,488 Milliarden Kronen, das bereinigte operative Ergebnis legte um 11 Prozent auf 33,389 Milliarden Kronen zu — beides zu konstanten Wechselkursen gerechnet. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet, ihre Schätzungen lagen bei rund 71,6 Milliarden Kronen Umsatz. Getragen wird das Wachstum von der GLP-1-Sparte, allen voran der Wegovy-Pille: In der Woche zum 17. Juli lagen die wöchentlichen Verschreibungen in den USA bei über 265.000, gemessen an neuen Patientenstarts bleibt Wegovy Marktführer unter den Marken-Adipositasmitteln.

Die Expansion läuft weiter. Im Juni startete die Pille in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Juli in Großbritannien, weitere Märkte sollen folgen. Die EMA erteilte im Juli zudem grünes Licht sowohl für die Pille als auch für den Wegovy-7,2-Milligramm-Einwegpen, dessen EU-weiter Rollout für die zweite Jahreshälfte geplant ist.

Abschreibung und gescheiterte Studie bremsen das Bild

Auf der Ergebniszeile zeigt sich die Kehrseite. Das ausgewiesene operative Ergebnis sank um 16 Prozent zu konstanten Wechselkursen, belastet durch nicht-zahlungswirksame Abschreibungen von 6,3 Milliarden Kronen auf Pipeline-Vermögenswerte. Allein auf den Adipositas-Kandidaten Monlunabant entfielen davon 4,0 Milliarden Kronen. Hinzu kommt ein Rückschlag in der Herz-Kreislauf-Forschung: Die Phase-3-Studie ZEUS mit dem Wirkstoff Ziltivekimab verfehlte ihren primären Endpunkt.

Trotz dieser Belastungen zieht Novo Nordisk die Jahresprognose nach oben. Statt eines Rückgangs von 4 bis 12 Prozent bei bereinigtem Umsatz und operativem Ergebnis erwartet der Konzern nun nur noch ein Minus von 0 bis 6 Prozent — auf nicht bereinigter Basis entspräche das im Mittel sogar einem Umsatzplus von 5 Prozent und einem Gewinnwachstum von 12 Prozent.

Rückkauf läuft parallel weiter

Unabhängig von den Quartalszahlen setzt Novo Nordisk sein Aktienrückkaufprogramm fort. Von den bis zu 15 Milliarden Kronen, die über zwölf Monate ab Februar eingeplant sind, entfällt eine Tranche von bis zu 11,2 Milliarden Kronen auf den Zeitraum bis Februar 2027. Zuletzt kaufte der Konzern täglich rund 190.000 B-Aktien zu Kursen zwischen 305 und 336 Kronen zurück.

Die angehobene Prognose signalisiert, dass die Volumendynamik bei Wegovy den Preisdruck in den USA zunehmend ausgleicht. Ob dieser Trend anhält, dürfte sich an den kommenden Verschreibungszahlen und dem EU-Rollout des neuen Pens in der zweiten Jahreshälfte zeigen.

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