Novo, Nordisk

Novo Nordisk Aktie: 13.000 Stellen abgebaut

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Kursrückgang setzt Novo Nordisk auf neue Medikamente, den Ausbau der Pillenproduktion und weitere Therapiegebiete; der Konzern bestätigte rund 13.000 Abgänge.

Flatlay mit Spritze, Teststreifen, Notizbuch und Apfel auf weißem Untergrund
Novo Nordisk A/S (DK0062498333): Flatlay mit Spritze, Blutzucker-Teststreifen, Notizbuch und Apfel auf Weiß Illustration mit AI erstellt.

Nach den deutlichen Kursverlusten infolge des Londoner Kapitalmarkttags hat Konzernchef Mike Doustdar eine schrittweise Wiederherstellung des Vertrauens am Kapitalmarkt angekündigt. Novo müsse sich die Zuversicht der Investoren über finanzielle und wissenschaftliche Ergebnisse Quartal für Quartal neu erarbeiten, betonte der Vorstandschef heute.

Am Markt hinterließen die jüngsten Weichenstellungen spürbare Bremsspuren. Gestern ging das Papier bei 33,66 Euro aus dem Handel. Auf Sicht von sieben Tagen summiert sich das Minus damit auf 10 Prozent. Am heutigen Donnerstagmorgen zeigt sich die Notierung vorbörslich mit 33,75 Euro kaum verändert.

Vorsichtige Mittelfristziele und starker Stellenabbau

Auslöser der Verkaufswelle waren die am Montag vorgestellten Planungen für die Jahre 2026 bis 2030. Novo peilt für diesen Zeitraum lediglich ein Umsatzwachstum im Einklang mit der breiteren Pharmaindustrie an. Das bedeutet eine erhebliche Verlangsamung gegenüber früheren Zuwachsraten.

Analysten von Citi erwarten bis 2030 ein jährliches Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und beließen ihre Einstufung auf „Neutral“. Jefferies wies zugleich darauf hin, dass das Portfolio des Konzerns weiterhin stark auf den Bereich Adipositas konzentriert bleibt. Die Zurückhaltung der Anleger rührt zudem vom anstehenden Ablauf wichtiger Semaglutid-Patente her, der in führenden Märkten Anfang der 2030er Jahre droht.

Zu den gedämpften Aussichten kommt ein tiefgreifender Umbau der Organisation. Wie das Unternehmen bestätigte, verließen innerhalb der vergangenen zwölf Monate rund 13.000 Beschäftigte den Konzern. Dies umfasst neben den zuvor angekündigten 9.000 Stellenstreichungen weitere 4.000 Abgänge.

Hoffnungsträger CagriSema und Expansion bei Tabletten

Um den verschärften Wettbewerb, insbesondere gegen den US-Rivalen Eli Lilly, zu bestehen, setzt Novo auf neue Wirkstoffe und Darreichungsformen. Anfang 2027 plant der Konzern den Marktstart des Kombinationspräparats CagriSema. In klinischen Untersuchungen zeigte der Wirkstoffkandidat bei Menschen mit Adipositas nach 16 Monaten eine Gewichtsreduktion von durchschnittlich 21 Prozent.

Parallel forciert das Management die Entwicklung oraler Darreichungsformen. Bis 2030 soll die weltweite Produktionskapazität für Abnehmpillen auf das Zehnfache ausgebaut werden. Doustdar bereitet das Unternehmen auf ein Szenario vor, in dem Tabletten bis zum Ende des Jahrzehnts bis zu 50 Prozent des globalen Marktes für Adipositastherapien einnehmen könnten.

Für die bereits zugelassene Wegovy-Pille wies das Unternehmen für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von knapp 5,5 Milliarden dänischen Kronen aus. Patente für die Verabreichungstechnologie sollen diesen Produktzweig bis Mitte oder Ende der 2030er Jahre vor Nachahmerpräparaten absichern.

Strategische Diversifizierung und Optionen für New York

Neben dem Kernbereich Adipositas forciert Novo Entwicklungsprogramme in den Therapiegebieten von Leber-, Herz-Kreislauf- und Bluterkrankungen. Bis 2030 stellt das Management mehr als fünf potenzielle Großmedikamente in Aussicht. Für die Jahre bis 2035 wird mit neuen Mitteln ein risikogewichteter Pipeline-Umsatz von über 150 Milliarden dänischen Kronen angestrebt. Doustdar schloss Übernahmen zur Stärkung angrenzender Felder ausdrücklich nicht aus.

Mit Blick auf den Kapitalmarkt äußerte sich der Konzernchef gegenüber der Financial Times zudem aufgeschlossen bezüglich einer direkten Erstnotierung an der New York Stock Exchange. Bislang greifen US-Investoren überwiegend auf Hinterlegungsscheine zurück. Einen aktiven Prozess für einen solchen Schritt gebe es gegenwärtig jedoch nicht.

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