Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Zwei Nachrichten, ein Tag

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 14:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach drei Todesfällen prüft Novartis die Rap-cel-Sicherheit. Zugleich übertraf Rhapsido in zwei MS-Studien das Vergleichsmittel.

Isometrische Low-Poly-Illustration eines Pharmalabors mit Robotern und Inkubatoren
Novartis AG CH0012005267 – Isometrisches Low-Poly-Labor mit Robotern, Inkubatoren und vielen Wissenschaftlern Illustration mit AI erstellt.

Selten liegen Rückschlag und Erfolg bei einem Pharmakonzern so nah beieinander wie heute bei Novartis. Der Schweizer Konzern stoppt vorübergehend mehrere Studien zu seiner Zelltherapie Rap-cel, weil drei Patienten an einer schweren Immunreaktion starben. Zeitgleich meldet Novartis, dass sein Multiple-Sklerose-Medikament Rhapsido in zwei entscheidenden Studien sein Ziel erreicht hat.

Todesfälle stoppen Autoimmun-Studien

Rap-cel gehört zur Klasse der CAR-T-Zelltherapien: Ärzte entnehmen Patienten körpereigene Immunzellen, verändern sie im Labor und führen sie zurück in den Körper, wo sie gezielt fehlerhafte Zellen angreifen sollen.

Novartis testete den Wirkstoff bei Lupus, Multipler Sklerose und weiteren Autoimmunerkrankungen. Nach den drei Todesfällen hat der Konzern eine umfassende Überprüfung der Sicherheitsereignisse eingeleitet und arbeitet dabei mit unabhängigen Sicherheitsgremien sowie den Aufsichtsbehörden zusammen.

Ein Sprecher beschrieb die tödliche Immunreaktion als bekanntes Risiko von CAR-T-Therapien — die überaktivierten Immunzellen lösen nach der Rückführung eine Entzündungswelle aus, die Organe schädigen kann. Die Studien bei Krebspatienten laufen unterdessen unverändert weiter, betroffen ist ausschließlich der Einsatz bei Autoimmunerkrankungen.

Bristol Myers Squibb zog mit einer ähnlichen Zelltherapie namens Zola-cel nach und pausierte vorsorglich vergleichbare Studien, dort sprechen die Verantwortlichen jedoch von vorübergehenden, reversiblen Entzündungsreaktionen statt Todesfällen.

Rhapsido überzeugt bei Multipler Sklerose

Parallel zur Studienpause vermeldet Novartis einen klinischen Erfolg. Rhapsido senkte in zwei fortgeschrittenen Studien bei schubförmig verlaufender Multipler Sklerose die annualisierte Rückfallrate sowie entzündliche Hirnläsionen deutlich stärker als das Vergleichsmedikament Aubagio von Sanofi.

Das Sicherheitsprofil bewertet Novartis als günstig. Der Konzern will die Daten nun weltweit bei den Zulassungsbehörden einreichen, um Rhapsido auch für diese Indikation zugelassen zu bekommen — bislang ist der Wirkstoff in den USA und der EU nur gegen chronische Nesselsucht zugelassen.

An der Schweizer Börse reagierten Anleger auf die gemischte Nachrichtenlage mit Kursgewinnen — die Studienerfolge bei Rhapsido scheinen den Rückschlag bei Rap-cel zumindest kurzfristig zu überwiegen. Für die Zulassung von Rhapsido bei Multipler Sklerose dürfte nun das Einreichungsverfahren bei den Gesundheitsbehörden der nächste konkrete Meilenstein sein, während die Ergebnisse der Sicherheitsüberprüfung zu Rap-cel noch aussteht.

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