Novartis Aktie: Pluvicto für mHSPC zugelassen
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 12:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat einen bedeutenden regulatorischen Erfolg im Bereich der Präzisionsonkologie erzielt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte die Zulassung für das Radioliganden-Therapeutikum Pluvicto in einer erweiterten Indikation. Das Medikament darf künftig zur Behandlung des metastatischen hormonempfindlichen Prostatakarzinoms (mHSPC) eingesetzt werden, sofern die Therapie in Kombination mit einem Androgen-Rezeptor-Pathway-Inhibitor erfolgt.
Verdopplung der relevanten Patientenzahl
Die Zulassungserweiterung markiert einen Meilenstein für die Onkologie-Sparte des Unternehmens. Durch den früheren Einsatz von Pluvicto in der Behandlungskette verdoppelt sich laut einer Mitteilung des Konzerns die für diese Therapie infrage kommende Patientenpopulation. Bisher war das Präparat primär für spätere Stadien der Erkrankung vorgesehen. Die Entscheidung stützt die Strategie von Novartis, radiopharmazeutische Therapien als Standard in der Krebsbekämpfung zu etablieren.
Die jüngsten Geschäftszahlen unterstreichen diesen Wachstumspfad. Im zweiten Quartal 2026 steigerte das Unternehmen den Nettoumsatz auf 14,4 Milliarden US-Dollar. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Zuwachs von einem Prozent. Als wesentliche Motoren erwiesen sich dabei die Kernmedikamente wie Kisqali, Cosentyx, Scemblix sowie das nun breiter zugelassene Pluvicto. Zusammen legten diese Hoffnungsträger währungsbereinigt um 36 Prozent zu. Das operative Kernergebnis verharrte mit 5,9 Milliarden US-Dollar auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Strategische Akquisitionen im Bereich Antikörper-Konjugate
Um die Forschungspipeline langfristig abzusichern, setzt Novartis verstärkt auf Übernahmen im Segment der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs). Bereits Anfang Juli gab das Unternehmen den Erwerb von Myricx Bio bekannt. Das Transaktionsvolumen umfasst eine Vorabzahlung von 1,1 Milliarden US-Dollar, ergänzt durch potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 400 Millionen US-Dollar. Myricx entwickelt spezialisierte ADCs mit sogenannten NMTi-Payloads, die neue Möglichkeiten in der Tumorbehandlung eröffnen könnten. Der Abschluss der Akquisition wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.
Inmitten dieser operativen Fortschritte meldeten Pflichtmitteilungen der Schweizer Börse SIX auch Bewegungen in der Kapitalstruktur. Ein Mitglied der Konzernleitung veräußerte am 27. Juli ein Paket von 10.000 Aktien zu einem Preis von 129,00 Schweizer Franken pro Titel. Auf der anderen Seite setzt das Unternehmen seine massiven Aktienrückkäufe fort. Allein im ersten Halbjahr flossen 2,8 Milliarden US-Dollar in den Rückkauf von 18,2 Millionen Anteilen, womit ein beträchtlicher Teil des im vergangenen Jahr aufgelegten 10-Milliarden-Dollar-Programms bereits vollzogen ist.
Marktreaktion und Analysteneinschätzung
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabil. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 135,44 Euro, was einem Zuwachs von 1,45 Prozent entspricht. Seit Beginn des Jahres verzeichnet der Wert damit ein Plus von 14,60 Prozent. Analysten bewerten die operative Lage derzeit mit vorsichtigem Optimismus. Am vergangenen Montag passten die Experten von Berenberg ihr Kursziel für die Novartis-Aktie an. Das Haus hob den Zielwert von 110 auf 120 Schweizer Franken an, behielt jedoch die Einstufung auf „Hold“ bei.
Für das Gesamtjahr 2026 bleibt die Konzernführung bei ihrer bisherigen Marschrichtung. Es wird ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet, während das operative Kernergebnis zu konstanten Wechselkursen leicht rückläufig sein könnte. Für das zweite Halbjahr stellt das Management jedoch eine Beschleunigung des Umsatzwachstums auf ein mittleres einstelliges Niveau in Aussicht.
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