Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Pelacarsen-Studie verfehlt Endpunkt

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 02:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Goldman Sachs und Berenberg senken ihre Novartis-Ziele nach Studienrückschlägen, während Cosentyx in Europa vor einer weiteren Indikation steht.

Forscherin in weißem Kittel pipettiert in Reagenzglas im sterilen Pharmalabor
Novartis AG CH0012005267 – Forscherin pipettiert präzise in steriler Pharmalaborumgebung mit Reagenzgläsern Illustration mit AI erstellt.

Die Skepsis am Markt gegenüber dem Schweizer Pharmakonzern Novartis hält an. Gestern hat die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Kursziel für die Aktie von 113 auf 110 CHF gesenkt und ihre Verkaufsempfehlung bestätigt. Analysten und Anleger blicken nach mehreren Rückschlägen in der klinischen Entwicklung vorsichtiger auf die mittelfristigen Wachstumstreiber des Unternehmens. An den europäischen Börsen schloss das Papier gestern bei 123,50 Euro.

Belastungen in der Spätphasen-Pipeline

Auslöser der anhaltenden Zurückhaltung sind spürbare Dämpfer in zentralen Entwicklungsprogrammen. Vor rund zwei Wochen verfehlte die Phase-III-Studie Lp(a)HORIZON mit dem Wirkstoffkandidaten Pelacarsen ihren primären Endpunkt zur Reduktion kardiovaskulärer Notfälle und Todesfälle gegenüber Placebo.

Parallel dazu blieb die Phase-III-Studie HARBOR mit Del-Desiran zur Behandlung der myotonen Dystrophie Typ 1 hinter den Erwartungen zurück, da der primäre Endpunkt zur Handöffnungszeit verfehlt wurde.

Vor diesem Hintergrund reagierten mehrere Analysehäuser mit Abstufungen ihrer Bewertungsmodelle. Neben Goldman Sachs passte auch Berenberg am 16. September das Kursziel nach unten an und reduzierte den Zielwert von 120 auf 105 CHF. Mit dem gestrigen Schlusskurs notiert die Novartis-Aktie 14 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro.

Zukäufe und Kritik an der Kapitalallokation

Parallel zu den Studienausgängen steht die Akquisitionsstrategie der Basler unter genauer Beobachtung großer Anteilseigner. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters äußerten mehrere Aktionäre Bedenken hinsichtlich der Auswahl und Kontrolle externer Zukäufe.

Der Großaktionär Artisan Partners forderte durch Fondsmanager David Samra am 10. September personelle Änderungen im Verwaltungsrat und kritisierte dabei die bisherige M&A-Bilanz, die Vergütung des Managements sowie die Verwendung von Mitteln.

Ungeachtet der Debatte treibt Novartis den Ausbau externer Technologien weiter voran. Am 16. September zog das Unternehmen eine exklusive Option zur Akquisition der Brain-Delivery-Plattform von Sironax. Bei Vollzug der Transaktion fließen 125 Millionen USD an das Partnerunternehmen.

Lichtblick bei bestehenden Blockbustern

Trotz der Dämpfer bei neuen Entwicklungskandidaten gibt es bei etablierten Medikamenten operative Fortschritte zu verzeichnen. Am Freitag sprach sich der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Zulassungsbehörde für die Genehmigung des Antikörpers Cosentyx bei Polymyalgia rheumatica aus.

Sollte die Europäische Kommission dieser Empfehlung folgen, wäre das Präparat der erste IL-17A-Inhibitor in Europa für diese rheumatische Indikation. Für Investoren bleibt das Marktumfeld dennoch anspruchsvoll, da der Konzern den Verlust künftiger Umsatzhoffnungen im bestehenden Portfolio ausgleichen muss.

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