Novartis, Aktie

Novartis Aktie: HSBC hebt Kursziel auf 110 Franken

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 05:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

HSBC stuft Novartis nach klinischen Fehlschlägen höher ein und hebt das Kursziel an, während Investoren die Akquisitionsstrategie kritisieren.

Pop-Art-Illustration einer DNA-Doppelhelix mit Kapsel in leuchtendem Halftone-Raster
Novartis AG CH0012005267 – Pop-Art-Comic mit stilisierter DNA-Helix und Kapsel im bunten Halftone-Raster Illustration mit AI erstellt.

Nach den jüngsten Rückschlägen in der klinischen Entwicklung formiert sich an den Finanzmärkten eine Neubewertung für den Basler Pharmakonzern. Am Freitag hob die britische Bank HSBC ihre Einstufung für die Aktie von „Reduce“ auf „Hold“ an. Gleichzeitig erhöhten die Analysten das Kursziel von 95 auf 110 Schweizer Franken.

Die Hochstufung erfolgte unmittelbar im Anschluss an zwei herbe Rückschläge in späten Entwicklungsphasen. Trotz der Enttäuschungen in der Pipeline sieht das Analysehaus das Chance-Risiko-Profil des Titels nach den vorangegangenen Kursverlusten wieder ausgewogener. Am 9. September hatte sich bereits RBC Capital Markets zu Wort gemeldet und die Papiere mit „Sector Perform“ sowie einem Kursziel von 120 Schweizer Franken versehen.

Doppelschlag in der Phase-III-Pipeline

Der Stimmungsumschwung folgt auf eine Serie von Hiobsbotschaften aus den Laboren. Vor gut einer Woche verfehlte der Wirkstoff Del-Desiran den primären Endpunkt in einer Phase-III-Zulassungsstudie zur Behandlung myotoner Dystrophie Typ 1. Das Präparat stammt aus der 12 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Avidity Biosciences.

Am 4. September musste das Unternehmen zudem vermelden, dass die Phase-III-Studie Lp(a)HORIZON mit Pelacarsen in einer kardiovaskulären Indikation das Hauptziel verfehlt hat.

Zuvor war es bereits am 1. September zur Suspendierung von acht Studien mit dem CAR-T-Kandidaten rapcabtagene autoleucel in der Immunologie und Neurologie gekommen. Anlass für diesen am 24. August eingeleiteten Schritt waren drei Todesfälle infolge eines Immun-Effektorzellen-assoziierten hämophagozytischen Syndroms (IEC-HS).

Investoren debattieren über Zukaufsdisziplin

Die Häufung der Misserfolge rückt auch das Management in den Fokus. Laut übereinstimmenden Berichten von Reuters und der Börsen-Zeitung vom Freitag äußerten acht befragte Aktionäre deutliche Bedenken hinsichtlich der Akquisitionsauswahl und der internen Kontrolle unter Konzernchef Vas Narasimhan. Vor allem der kostspielige Zukauf von Avidity steht nun in der Kritik.

An der Börse ging das Papier gestern mit 120,54 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro.

Gleichwohl treibt der Konzern neue Kooperationen voran. Am 2. September vereinbarte das Unternehmen ein Lizenzabkommen mit Alteogen über die Hybrozyme-Plattform, die biologische Wirkstoffe für subkutane Injektionen nutzbar machen soll. Die Vereinbarung beinhaltet Meilensteinzahlungen im Umfang von bis zu 3,22 Milliarden US-Dollar.

Für das bestehende Portfolio brachte zudem der 31. Juli Rückenwind: Die US-Zulassungsbehörde FDA genehmigte das Krebsmedikament Pluvicto in Kombination mit ARPI für Patienten mit metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakrebs.

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