Novartis Aktie: Herber Rückschlag bei Cholesterin-Hoffnung
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 09:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Medikament, das eine der letzten großen Lücken in der Herz-Kreislauf-Medizin schließen sollte, hat sein Ziel verpasst. Novartis muss einräumen, dass Pelacarsen in einer entscheidenden Phase-3-Studie keinen messbaren Nutzen gegen Herzinfarkte und Schlaganfälle gezeigt hat. Die Aktie reagiert prompt — und reißt den gesamten Schweizer Leitindex mit nach unten.
Was die Studie zeigte
Pelacarsen senkte zwar zuverlässig die Konzentration von Lipoprotein(a) im Blut, einem seit Jahrzehnten als Risikofaktor verdächtigten Fettpartikel. Beim eigentlichen Studienziel blieb der Erfolg jedoch aus: Im Vergleich zu Placebo verringerte sich das Risiko für Todesfälle, Herzinfarkte und Schlaganfälle nicht.
Novartis-Manager Shreeram Aradhye betonte, die Daten würden zumindest das wissenschaftliche Verständnis der Lp(a)-Senkung vertiefen — ein schwacher Trost für ein Programm, das als potenzieller Meilenstein galt.
Zig Millionen Menschen allein in den USA tragen erhöhte Lp(a)-Werte in sich, ein erblich bedingter und lange unterschätzter Risikofaktor. Die Hoffnung, mit einer gezielten Senkung dieses Werts tatsächlich Herzinfarkte zu verhindern, wird durch das Ergebnis erheblich gedämpft.
Novartis hatte sich die Rechte an Pelacarsen 2019 von Ionis Pharmaceuticals gesichert — dessen Aktien brachen im nachbörslichen US-Handel am Freitag um mehr als zehn Prozent ein, während Novartis-Titel um über vier Prozent nachgaben.
Konkurrenz mit anderem Ansatz bleibt im Rennen
Amgen und Eli Lilly verfolgen mit ihren eigenen Lp(a)-Programmen einen technologisch anderen Weg: Sie zielen darauf, das Gen für die Lp(a)-Produktion direkt auszuschalten, statt wie Novartis nur das Signal an die Leber zu blockieren. Das enttäuschende Ergebnis wirft damit auch die Frage auf, ob der gesamte Lp(a)-Ansatz als kardiovaskuläre Strategie tragfähig ist — ein Rückschlag, der über Novartis hinaus die gesamte Forschungsrichtung trifft.
Novartis nannte bislang keine detaillierten Studienzahlen, will die vollständigen Daten aber auf einer kommenden medizinischen Fachkonferenz vorstellen. Bis dahin dürfte der Fokus der Anleger auf möglichen Detailerklärungen liegen, warum die Lp(a)-Senkung sich nicht in weniger kardiovaskulären Ereignissen niederschlug.
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