Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Goldman Sachs senkt Kursziel

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 03:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Goldman Sachs reduziert das Novartis-Kursziel; mehrere Studien enttäuschen, während Cosentyx in Europa eine positive Empfehlung erhält.

Forscherin in weißem Kittel pipettiert in Reagenzglas im sterilen Pharmalabor
Novartis AG CH0012005267 – Forscherin pipettiert präzise in steriler Pharmalaborumgebung mit Reagenzgläsern Illustration mit AI erstellt.

Am Dienstag hat Goldman Sachs das Kursziel für Novartis von 113 auf 110 CHF gesenkt. Zugleich bekräftigte das Analysehaus seine Verkaufsempfehlung. Der Schritt unterstreicht die wachsende Skepsis am Markt nach mehreren Dämpfern in der klinischen Entwicklung des Basler Pharmakonzerns.

Die Zurückhaltung der Analysten trifft auf ein spürbar abgekühltes Sentiment. Innerhalb weniger Wochen gerieten wichtige Pipeline-Projekte des Konzerns unter Druck. Für Anleger wiegt dabei besonders schwer, dass auch Hoffnungsträger aus teuren Zukäufen unerwartete Hürden nehmen müssen.

Rückschläge in der späten Entwicklungsphase

Vor rund zwei Wochen verfehlte Del-Desiran den primären Endpunkt in der Phase-III-Studie HARBOR zur Behandlung von myotoner Dystrophie. Zwar zeigte der Wirkstoff Aktivität bei sekundären Endpunkten, doch die Enttäuschung war groß. Laut Bloomberg bildete das Mittel das Kernstück der 12-Milliarden-Dollar-Übernahme von Avidity Biosciences. Novartis prüft die vollständigen Studiendaten und plant Gespräche mit den Zulassungsbehörden.

Der Misserfolg reiht sich in eine Serie ernüchternder Daten ein. Bereits am 4. September meldete der Konzern das Scheitern von Pelacarsen in der Phase-III-Studie Lp(a)HORIZON. Das kardiovaskuläre Hoffnungspräparat konnte das Risiko von Herztod und kardiovaskulären Notfällen gegenüber einem Placebo nicht verringern.

Studienabbrüche und ein europäischer Lichtblick

Zu den Rückschlägen bei der Wirksamkeit kamen Sicherheitsrisiken bei neuen Zelltherapien. Am 24. August stoppte Novartis acht klinische Studien mit dem experimentellen CAR-T-Kandidaten Rap-Cel. Hintergrund waren drei Todesfälle durch eine schwere Immunreaktion im Studienverlauf. Betroffen sind Untersuchungen zu Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen wie Lupus und Multipler Sklerose, während onkologische Studien weiterlaufen.

Einen operativen Lichtblick gab es unterdessen bei einem bestehenden Medikament. Am 18. September erhielt Cosentyx eine positive CHMP-Empfehlung für die Behandlung von Polymyalgia Rheumatica in Europa. Die Studiendaten belegten eine Verdopplung der Remissionsraten gegenüber Placebo. Eine finale Zulassungsentscheidung der Europäischen Kommission wird innerhalb von zwei Monaten erwartet.

An der Börse spiegeln sich die gemischten Nachrichten im Kursverlauf wider. Am gestrigen Donnerstag ging die Novartis-Aktie bei 126,34 Euro aus dem Handel. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich der Kursrückgang damit auf 6,7 Prozent. Die jüngste Häufung klinischer Dämpfer mahnt Marktteilnehmer vorerst zur Zurückhaltung.

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