Novartis Aktie: Entresto-Patent bis 2028 geschützt
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat einen bedeutenden juristischen Erfolg in Großbritannien errungen. Der Londoner High Court bestätigte die Gültigkeit des Patents für das Herzmedikament Entresto und wies die Angriffe eines Wettbewerbers ab. Damit bleibt eines der umsatzstärksten Produkte des Unternehmens vorerst vor generischer Konkurrenz geschützt.
Gerichtssieg sichert Entresto-Umsätze
Das gestrige Urteil von Richter Richard Meade beendete den Versuch von Accord Healthcare, das Patent für das Herzinsuffizienz-Mittel für ungültig erklären zu lassen. Der Richter erklärte laut Medienberichten, dass sämtliche Angriffe auf die Patentgültigkeit gescheitert seien. Entresto ist für Novartis von hoher strategischer Bedeutung und steuert rund zehn Prozent zum Konzernumsatz bei.
Obwohl das ursprüngliche europäische Patent bereits im Jahr 2023 auslief, verfügt Novartis über ein ergänzendes Schutzzertifikat, das die Exklusivität in Großbritannien bis zum Jahr 2028 verlängert.
Mit dem aktuellen Gerichtsbeschluss ist der Markteintritt von Nachahmerprodukten vorerst blockiert. Diese Nachricht stützt die Umsatzplanung für die kommenden Jahre, nachdem das Medikament bereits im zweiten Quartal 2026 maßgeblich zum Geschäftsergebnis beitrug.
Gemischte Signale aus dem operativen Geschäft
Die jüngsten Quartalszahlen verdeutlichen die aktuelle Lage des Konzerns. Zum Stichtag am 30. Juni meldete Novartis für das zweite Jahresviertel einen Umsatz von 14,4 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 12,6 bis 13,2 Milliarden Schweizer Franken), was einem Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Gewinn je Aktie ging gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zurück.
Während institutionelle Investoren wie Boston Common Asset Management ihre Bestände im zweiten Quartal um rund 15 Prozent reduzierten, ergeben sich an anderer Stelle Wettbewerbsvorteile.
Die US-Gesundheitsbehörde FDA lehnte kürzlich ein Radiopharmazeutikum des Konkurrenten ITM aufgrund von Herstellungsproblemen ab. Analysten werten dies als temporären Vorteil für Novartis im Bereich der Krebstherapie, da ein potenzieller Rivale am Markt vorerst ausgebremst wird.
Strategische Hürden im Schweizer Heimatmarkt
Trotz des juristischen Erfolgs in London sieht sich Novartis mit neuen Herausforderungen im Heimatmarkt konfrontiert. Eine Studie des Branchenverbandes Interpharma zeigt, dass Pharmaunternehmen den Zugang zu neuen Medikamenten in der Schweiz zunehmend einschränken. Grund hierfür ist die US-amerikanische Preispolitik, die sich an den günstigsten Preisen anderer Industrienationen orientiert.
Im Zeitraum von Anfang 2025 bis Mitte 2026 wurde knapp ein Drittel der neuen Medikamente nicht zur Erstattung in der Schweiz eingereicht. Insgesamt sank die Zahl der Einreichungen laut Reuters auf nur noch 15 Präparate, während der historische Durchschnitt bei 24 Anträgen lag. Dies führt dazu, dass Patienten in der Schweiz derzeit keinen Zugang zu einer wachsenden Zahl neuer Medikamente haben.
Die Novartis-Aktie notiert am heutigen Freitag bei 129,98 Euro und verzeichnet damit ein Minus von 1,0 Prozent. Dennoch zeigt der langfristige Trend nach oben: Seit Jahresbeginn verbuchte das Papier einen Zuwachs von 10,0 Prozent. Weitere Impulse für den Kursverlauf werden am 27. Oktober erwartet, wenn der Konzern seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegt.
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