Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Der zweite Rückschlag trifft ins Mark

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 21:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach zwei Studienrückschlägen in kurzer Folge gerät Novartis unter Druck; zugleich startet eine neue Phase-2-Prüfung mit MRT-6160.

Pop-Art-Illustration einer DNA-Doppelhelix mit Kapsel in leuchtendem Halftone-Raster
Novartis AG CH0012005267 – Pop-Art-Comic mit stilisierter DNA-Helix und Kapsel im bunten Halftone-Raster Illustration mit AI erstellt.

Novartis erlebt einen weiteren Rückschlag im Wochenverlauf. Die Aktie bricht um mehr als zehn Prozent ein und ist damit Schlusslicht im Schweizer Leitindex SMI. Auslöser ist eine gescheiterte Spätphasenstudie zu einem Medikament gegen die Muskelkrankheit Myotone Dystrophie Typ 1.

Harbor-Studie verfehlt ihr Hauptziel

Die Studie namens Harbor untersuchte über 54 Wochen rund 150 Patienten. Gemessen wurde, wie schnell Betroffene ihre Hand öffnen können — ein Indikator für die typische Muskelsteifigkeit der Erkrankung. Der Wirkstoff Del-desiran verfehlte dieses Hauptziel, zeigte laut Konzernmitteilung aber in sekundären Endpunkten, etwa bei der Muskelkraft, Hinweise auf klinische Wirksamkeit.

Del-desiran war eines von drei Präparaten, die Novartis durch die rund zwölf Milliarden Dollar teure Übernahme von Avidity Biosciences in die Pipeline geholt hatte. Genau diese Übernahme steht nun infrage. Analyst Michael Leuchten von Jefferies hatte bereits vor Veröffentlichung der Ergebnisse geschrieben, die Studie müsse "liefern", um den Kaufpreis zu rechtfertigen.

Nach dem enttäuschenden Ausgang sieht er nicht nur den Deal selbst kritisch, sondern auch die Wachstumsziele des Konzerns bis 2030 gefährdet — ohne weitere Zukäufe könnte das angepeilte Wachstum im mittleren einstelligen Bereich außer Reichweite geraten.

Goldman-Sachs-Analyst James Quigley senkte als Reaktion sein Kursziel auf 113 Franken. Er geht davon aus, dass sich der Marktstart von Del-desiran verzögert oder ganz entfällt — im letzteren Fall würde seine Bewertung um rund fünf Prozent sinken.

Zweiter Fehlschlag binnen weniger Tage

Erst am Vortag hatte ein Misserfolg beim Herzmedikament Pelacarsen die Aktie belastet, an dem Novartis als Lizenznehmer beteiligt ist. Zwei Studienrückschläge in derselben Woche werfen bei Marktbeobachtern Fragen zum internen Prüfprozess und zur Geschäftsentwicklung des Konzerns auf. Der bislang für 2026 aufgelaufene Kursgewinn ist durch den aktuellen Rutsch praktisch aufgezehrt.

Nicht alle Nachrichten aus dem Konzern fielen negativ aus: Parallel zum Kurssturz meldete Novartis den Start einer Phase-2-Studie mit dem Wirkstoff MRT-6160 gegen das Sjögren-Syndrom, entwickelt gemeinsam mit Monte Rosa Therapeutics.

Das Unternehmen zahlt für den Studienbeginn eine Meilensteinzahlung von 50 Millionen Dollar, insgesamt könnte die Kooperation für Monte Rosa bis zu 2,1 Milliarden Dollar wert sein. Am Kurs ging diese Nachricht angesichts des Harbor-Rückschlags jedoch spurlos vorbei.

Im Fokus der kommenden Wochen steht nun, wie Novartis mit den offenen Fragen zu Del-brax umgeht, einem weiteren Wirkstoff aus derselben Substanzklasse wie Del-desiran. Sollte auch dessen Studienprogramm ins Straucheln geraten, dürfte die Diskussion um den Sinn der Avidity-Übernahme neu aufflammen.

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