Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Curium drängt mit Biosimilar in Markt

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 06:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Curium bietet Lutathera als Biosimilar rund fünf Prozent günstiger an; Novartis erweitert zugleich Remibrutinibs Einsatzgebiete.

Bauhaus-Grafikposter mit geometrischem Tabletten-Raster in Kobaltblau, Weiß und Mintgrün
Novartis AG CH0012005267 – Bauhaus-Poster mit stilisiertem Tabletten-Raster in Blau, Weiß und Hellgrün Illustration mit AI erstellt.

Generischer Wettbewerb bei Radiopharmazeutika

Das Radiopharmazeutikum tritt als Biosimilar direkt gegen das etablierte Novartis-Medikament Lutathera an. Curium setzte den Preis auf 63.524 US-Dollar je Infusion fest. Dies entspricht einem Abschlag von rund 5 Prozent gegenüber dem Präparat der Schweizer.

Für Novartis berührt dieser Schritt ein wichtiges Wachstumsfeld. Die Sparte der nuklearmedizinischen Therapien galt bislang als weitgehend geschützt vor raschem Preisverfall durch Nachahmerpräparate. Dass ein direkter Konkurrent mit einem Preisabschlag in den Markt drängt, markiert eine spürbare Veränderung im Wettbewerbsumfeld.

Remibrutinib erweitert das Immunologie-Portfolio

Parallel zu den Entwicklungen in der Onkologie treibt Novartis den Ausbau seiner Immunologie-Pipeline voran. Im Fokus steht dabei die Klasse der oralen BTK-Inhibitoren rund um den Wirkstoff Remibrutinib, der unter dem Namen Rhapsido vertrieben wird.

Nach dem Einsatz bei chronischer spontaner Urtikaria zielt der Konzern auf symptomatischen Dermographismus ab. Beide Krankheitsbilder machen nach Unternehmensangaben zusammen den weit überwiegenden Teil aller Fälle von chronischer Nesselsucht bei Erwachsenen aus.

Klinische Daten untermauern das therapeutische Potenzial des Wirkstoffs. In der Phase-III-Studie RemIND verzeichneten 29,3 Prozent der behandelten Patienten ein vollständiges Abklingen der Quaddeln. In der Kontrollgruppe unter Placebo lag dieser Anteil bei lediglich 14,0 Prozent. Die therapeutische Wirkung zeigte sich bereits frühzeitig im Behandlungsverlauf.

Zu den erfassten Begleiterscheinungen zählten vor allem Entzündungen des Nasen-Rachen-Raums, Blutungen sowie Kopf- und Bauchschmerzen. Neben den dermatologischen Anwendungen prüft Novartis das Molekül bei weiteren Indikationen. Remibrutinib lieferte bereits positive Phase-III-Ergebnisse bei schubförmiger Multipler Sklerose. Zudem laufen klinische Untersuchungen zu Nahrungsmittelallergien und Hidradenitis suppurativa.

Solide Finanzbasis stützt Konzernstrategie

Der breite Entwicklungsansatz soll mögliche Erlöseinbußen durch aufkommenden Wettbewerb im Onkologiesegment langfristig kompensieren. Die Pipeline-Fortschritte zeigen, dass der Konzern seine Abhängigkeit von einzelnen Therapiebereichen gezielt verringern will.

Im zweiten Quartal erwirtschaftete der Konzern einen Gesamtumsatz von 14,4 Milliarden US-Dollar. An den Finanzmärkten schloss die Novartis-Aktie am Freitag mit einem Kursgewinn von 0,7 Prozent bei 127,90 Euro.

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