Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Berenberg senkt Kursziel auf 105 CHF

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 05:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehrere gescheiterte Novartis-Studien belasten die Bewertung, während das Management an seinen Finanzzielen und der Umsatzprognose festhält.

Pop-Art-Illustration einer DNA-Doppelhelix mit Kapsel in leuchtendem Halftone-Raster
Novartis AG CH0012005267 – Pop-Art-Comic mit stilisierter DNA-Helix und Kapsel im bunten Halftone-Raster Illustration mit AI erstellt.

Am Mittwoch hat das Analysehaus Berenberg das Kursziel für Novartis von 120 auf 105 CHF gesenkt. Dieser Schritt folgt auf eine Häufung von Rückschlägen in der klinischen Entwicklung des Pharmakonzerns. An der Börse ging die Aktie gestern mit einem Schlusskurs von 122,44 Euro aus dem Handel.

Dämpfer in mehreren Studienprogrammen

Die Anpassung der Markterwartungen schließt an mehrere Hürden in der Wirkstoffforschung an. Laut Bloomberg stoppte Novartis am 9. September die Entwicklung eines experimentellen Medikaments gegen die Nervenkrankheit ALS in einer mittleren Studienphase. Das Präparat hatte in den Tests keine bessere Wirkung als ein Placebo erzielt.

Bereits am 4. September gab das Unternehmen bekannt, dass auch der Kandidat Pelacarsen in der Phase-III-Studie Lp(a)HORIZON den primären Endpunkt zur Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse gegenüber Placebo verfehlte. Zwar sanken die Lp(a)-Spiegel der Patienten wie vorgesehen, das eigentliche Therapieziel wurde jedoch nicht erreicht.

Erschwert wird das Bild durch Unterbrechungen in weiteren Programmen. Ende August setzte Novartis acht klinische Studien zur CAR-T-Zelltherapie Rapcabtagen Autoleucel bei Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen vorläufig aus, nachdem drei Patienten infolge einer schweren systemischen Entzündungsreaktion verstorben waren. Zudem hatte die Phase-III-Studie zu Del-Desiran vor rund zwei Wochen ihren primären Endpunkt verfehlt, seither legte die Aktie um 3,1 Prozent zu.

Zurückhaltende Einstufungen der Banken

Die Serie klinischer Hürden schlägt sich spürbar in den Modellen der Analysten nieder. Neben Berenberg nahm auch die Deutsche Bank am 9. September eine Neueinschätzung vor: Sie stufte den Titel auf „Hold“ ab und setzte ihr Kursziel bei 120 CHF an.

Für Marktbeobachter rückt damit die Visibilität der künftigen Ertragsquellen stärker in den Mittelpunkt. Das Ausbleiben schneller Studienerfolge dämpft die Erwartungen an zusätzliche Wachstumsimpulse aus der späten Entwicklungspipeline.

Management bestätigt finanzielle Zielmarken

Ungeachtet der Enttäuschungen in der Forschung hält die Konzernspitze an ihren finanziellen Vorgaben fest. Wie CNBC berichtete, bekräftigte Novartis am 8. September die Prognose eines jährlichen Umsatzwachstums von 5 bis 6 Prozent bis 2030. Für das laufende Jahr 2026 erwartet das Management weiterhin ein niedriges einstelliges Erlösplus sowie einen leichten Rückgang beim operativen Kernergebnis bei konstanten Wechselkursen.

Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Nettoumsatz um 3 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar. Getragen wurde diese Entwicklung von Präparaten wie Kisqali, Kesimpta, Scemblix, Pluvicto und Leqvio. Mit einem Abstand von 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch preist der Markt die jüngsten Entwicklungsrisiken jedoch weiterhin ein.

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