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Northern Data Aktie: Hydro66 wegen Steuerbetrug unter Druck

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach verlorenen Steuerprozessen bei Hydro66 muss Northern Data Rückstellungen von 822 Millionen Kronen verkraften; die Aktie fällt weiter.

Northern Data unter Druck: Steuerstreit belastet Aktie und Konzernumbau
Abstrakte Darstellung von Serverracks in einem Rechenzentrum mit düsterer, spannungsgeladener Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Aktien von Northern Data verzeichnen am heutigen Montag einen deutlichen Kursrückgang, nachdem Berichte über eine massive juristische Eskalation bei der schwedischen Tochtergesellschaft Hydro66 bekannt wurden.

Im Zentrum stehen Vorwürfe des Mehrwertsteuerbetrugs und gescheiterte gerichtliche Einsprüche gegen Nachforderungen in Millionenhöhe. Der Kurs verlor heute 5,9 % und notiert bei 5,60 Euro. Damit setzt sich der negative Trend des laufenden Jahres fort: Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 64 % an Wert verloren.

Millionen-Rückstellungen nach verlorenen Gerichtsprozessen

Schwedische Verwaltungs- und Berufungsgerichte haben Einsprüche von Northern Data in Bezug auf Mehrwertsteuer-Streitfälle (VAT) abgewiesen. Der Streit betrifft die Anlage am Standort Boden. In der Folge hat HIVE, die Nachfolger-Struktur nach der Übernahme durch Rumble, Rückstellungen in Höhe von insgesamt 822 Millionen Schwedischen Kronen gebildet, was etwa 84,7 Millionen US-Dollar entspricht.

Zwar wurde am 20. Juli ein Antrag auf Berufung beim Supreme Administrative Court eingereicht, die Chancen auf einen Erfolg werden jedoch als gering eingeschätzt.

Die Rückstellungen umfassen neben der eigentlichen Mehrwertsteuer auch Strafzuschläge und Zinsen. Das Risiko für den Konzern ist erheblich, da die finanziellen Belastungen nun konkret bilanziert werden müssen. Die rechtlichen Auseinandersetzungen ziehen sich bereits über einen längeren Zeitraum hinweg, haben aber durch die jüngsten Gerichtsbeschlüsse eine neue Dringlichkeit erhalten.

Untersuchungshaft wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung

Die Angelegenheit geht über rein steuerrechtliche Differenzen hinaus. Zwei Personen mit Verbindung zum Standort Boden befinden sich in Schweden in Untersuchungshaft. Ihnen wird Steuerbetrug in einem Umfang von rund 1,1 Milliarden Schwedischen Kronen vorgeworfen.

Medienberichten und Informationen von CoinDesk zufolge prüfen die Ermittler den Verdacht, ob Krypto-Mining-Aktivitäten möglicherweise fälschlicherweise als GPU-Cloud-Verkäufe klassifiziert wurden, um sich unrechtmäßige Steuervorteile zu verschaffen.

Diese Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die regulatorischen Risiken der übernommenen Infrastruktur. Die schwedischen Behörden gehen offenbar mit großer Härte gegen die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten vor. Für Anleger stellt dies eine erhebliche Unsicherheit dar, da die Vorwürfe den Ruf und die finanzielle Stabilität der betroffenen Einheiten direkt angreifen.

Juristische Altlasten überschatten Konzernumbau

Die Nachrichten aus Schweden treffen das Unternehmen in einer ohnehin schwierigen Phase. Erst vor gut drei Wochen musste Northern Data eine erhebliche Wertminderung in Höhe von 251 Millionen Euro auf eine Forderung aus dem Verkauf von Peak Mining vornehmen. Diese resultierte aus angepassten Annahmen zur Volatilität des Bitcoin-Preises und dem Zeitpunkt geplanter Standortverkäufe.

Trotz der erfolgreichen ordentlichen Hauptversammlung am 25. August bleibt die Stimmung am Markt angespannt. Die Übernahme durch Rumble Inc., die mittlerweile rund 85,2 % der Anteile hält, sollte eigentlich den Fokus auf das Wachstum im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Cloud-Kapazitäten lenken.

Doch die nun manifestierten rechtlichen Risiken bei der Tochter Hydro66 zeigen, dass die Integration der Altbestände mit hohen finanziellen Unwägbarkeiten verbunden bleibt. Parallel dazu läuft der Prozess für das bereits angekündigte Delisting der Aktien aus dem Münchener m:access-Segment.

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