Norsk Hydro Aktie: 75–100 Millionen Dollar Belastung im Q3
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Norsk Hydro musste die Produktion in seiner Alunorte-Tonerderaffinerie in Brasilien vorübergehend auf 50 Prozent der Kapazität senken. Grund dafür war eine Unterbrechung der Erdgasversorgung durch den Dienstleister CELBA zwischen Dienstag und gestern. Gestern begann das Unternehmen nach Erhalt der behördlichen Genehmigung durch die brasilianische ANP für den Eigenimport von Gas wieder mit dem Hochfahren der Anlagen zur vollen Auslastung.
Erhebliche Belastung für das dritte Quartal
Der Produktionsstopp hat unmittelbare Auswirkungen auf die Bilanz des norwegischen Aluminiumkonzerns. Den Angaben zufolge beläuft sich der Produktionsausfall auf geschätzt 100.000 bis 120.000 Tonnen Tonerde. Für das Segment Bauxite & Alumina erwartet Norsk Hydro im dritten Quartal 2026 eine finanzielle Belastung zwischen 75 Millionen und 100 Millionen US-Dollar. Um den Schaden zu begrenzen, leitete das Management Sofortmaßnahmen ein, darunter Spot-Käufe von Gas und den Antrag auf direkten Zugang zum LNG-Terminal in Barcarena.
Der Markt reagierte deutlich auf die Nachrichten aus Südamerika. Am gestrigen Donnerstag verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 3,4 Prozent und ging bei einem Schlusskurs von 8,21 Euro aus dem Handel. Trotz dieses Rücksetzers weist das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 24 Prozent auf.
Langfristige Sicherung in Australien
Abseits der Probleme in Brasilien konnte Norsk Hydro Fortschritte bei seinen internationalen Beteiligungen erzielen. Das Gemeinschaftsunternehmen Tomago Aluminium, an dem die Norweger mit 12,4 Prozent beteiligt sind, sicherte sich einen langfristigen Stromabnahmevertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Laut Business Wire sieht die Vereinbarung mit der australischen Regierung und dem Bundesstaat New South Wales vor, den Betrieb der Schmelzhütte bis 2038 aufrechtzuerhalten.
Das Abkommen beinhaltet Investitionen in Höhe von 1,1 Milliarden Australischen Dollar und sieht eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien bis zum Jahr 2033 vor. Zu den weiteren Partnern an diesem Projekt gehören Rio Tinto und Gove Aluminium Finance. Die Vereinbarung gilt als zentraler Baustein, um die Energieversorgung des Standorts langfristig zu dekarbonisieren.
Analysten reagieren auf aktuelle Entwicklung
Die jüngsten Ereignisse veranlassten namhafte Analysehäuser zu einer Neueinschätzung der Lage. BNP Paribas senkte gestern das Kursziel für Norsk Hydro von 137 NOK auf 118 NOK, bestätigte jedoch die Einstufung auf „Outperform“. Bereits am Dienstag hatte Goldman Sachs das Kursziel geringfügig von 112 NOK auf 111 NOK angepasst, hält aber an einer Kaufempfehlung für den Wert fest.
Medienberichten zufolge hat sich zudem das Interesse von Leerverkäufern zuletzt massiv reduziert. Die Short-Positionen in den Hinterlegungsscheinen (ADRs) des Unternehmens sanken demnach bis Ende Juli um über 98 Prozent.
Die operative Basis des Konzerns bleibt stabil, wie die jüngsten Geschäftszahlen unterstreichen. Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Norsk Hydro ein bereinigtes EBITDA von 8,9 Milliarden NOK bei einem Umsatz von 56,5 Milliarden NOK.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,21 NOK über den Erwartungen. Ein wichtiger Termin für Investoren steht im Herbst an: Am 25. November 2026 lädt das Unternehmen zum diesjährigen Investor Day nach London ein.
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