Nordex, Aktie

Nordex: Aktie verliert 5,6 Prozent trotz neuer Turbine

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 16:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die N193/7.X soll ab 2029 in Serie gehen; im zweiten Quartal stiegen Umsatz und Ergebnis je Aktie.

Isometrische Explosionszeichnung einer Windturbine mit Turm, Gondel, Getriebe und Rotorblättern
Nordex SE (DE000A0D6554) als isometrische 3D-Explosionszeichnung einer Windkraftturbine mit Turm, Gondel und Rotorblättern Illustration mit AI erstellt.

Mit einem vergrößerten Rotordurchmesser will die Hamburger Nordex Group ihre Marktposition auf europäischen Binnenlandstandorten festigen. Auf der Branchenmesse WindEnergy Hamburg präsentierte das Unternehmen die neue Anlagengeneration für schwächere Windzonen. Anleger reagieren am Markt dennoch zurückhaltend auf die langfristigen Ankündigungen. Die Nordex-Aktie verliert heute 5,6 Prozent auf 38,56 Euro.

Neue Dimensionen für Schwachwindgebiete

Technologischer Mittelpunkt der Modelloffensive ist die Erweiterung der Delta4000-Plattform um die N193/7.X. Die Anlage verfügt über einen Rotordurchmesser von 193 Metern und bietet eine Nennleistung von bis zu 7,3 Megawatt. Ausgestattet ist die Turbine mit einteiligen Rotorblättern von 95 Metern Länge.

Gegenüber dem Vorgängermodell N175/6.X soll die Neuentwicklung an typischen Schwach- und Mittelwindstandorten einen um bis zu 14 Prozent höheren Energieertrag liefern. Der Beginn der Serienfertigung ist für das Jahr 2029 angesetzt. Konzernchef José Luis Blanco bezeichnete das System bei der Vorstellung als das nächste Kapitel der bestehenden Plattformfamilie.

Sie bleibt damit spürbar unter der im deutschen Rechtsrahmen relevanten Schwelle von 280 Watt pro Quadratmeter, die von anderen Schwestermodellen voll ausgenutzt wird.

Stabile Nachfrage nach etablierten Systemen

Bis zum Serienstart der Großturbine stützt sich Nordex auf den Verkauf bereits etablierter Baureihen. So erhielt der Konzern zuletzt einen Auftrag über 34 Megawatt für das Repowering-Projekt Rauschenberg. Vereinbart wurde die Lieferung von fünf Turbinen des Typs N175/6.X, ergänzt um einen Servicevertrag über eine Laufzeit von 20 Jahren.

Zusätzliche Nachfrage generierte das Unternehmen durch ein Folgeprojekt von TEUT Energieprojekte in der Uckermark. Diese kontinuierlichen Aufträge sichern die Auslastung der Produktionsstätten ab, während der Konzern seine Plattformarchitektur schrittweise weiterentwickelt.

Finanziell verzeichnete Nordex im zweiten Quartal 2026 deutliche Zuwächse. Der Umsatz kletterte auf 2,18 Milliarden Euro, verglichen mit 1,87 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie stieg zeitgleich auf 0,47 Euro. Die Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal steht am 30. Oktober an.

Skaleneffekte der Konkurrenz fordern heraus

Trotz des operativen Fortschritts mahnen Branchenbeobachter zur Vorsicht. Analyst Colin Moody von der Investmentbank RBC stuft das Papier unverändert mit „Underperform“ und einem Kursziel von 36 Euro ein. Das Management präsentiere sich mit Blick auf Deutschland, Nordamerika und die Türkei zwar zuversichtlich. Bei den margenstarken Instandhaltungsdienstleistungen verfüge der größere Wettbewerb jedoch über strukturelle Skalenvorteile.

Der Markt preist diesen Spagat zwischen ambitionierten Technologieplänen und intensivem Margendruck derzeit neu ein. Trotz der heutigen Kursverluste steht für die Anteilsscheine seit Jahresanfang noch ein Kursgewinn von 32 Prozent zu Buche.

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