Nordex, Aktie

Nordex Aktie: Türkerler-Auftrag über 525 Megawatt

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nordex erhält türkischen Großauftrag über 525 MW und meldet weitere US-Verträge. Analysten reagieren gemischt auf die jüngsten Quartalszahlen.

Nordex sichert sich Großauftrag aus der Türkei und baut US-Geschäft aus
Moderne Windkraftanlagen in einem weitläufigen Windpark bei Sonnenuntergang als Symbol für erneuerbare Energien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Hamburger Windkraftanlagenbauer Nordex konnte in der ersten Augustwoche seine internationale Auftragslage deutlich stärken. Das Unternehmen gab am Donnerstag den Erhalt eines Großauftrags der Türkerler Holding aus der Türkei bekannt. Das Projekt umfasst eine Gesamtkapazität von 525 Megawatt (MW) und sieht die Lieferung sowie Errichtung von 72 Windturbinen des Typs N175/6.X vor. Neben der Installation beinhaltet die Vereinbarung einen Servicevertrag über einen Zeitraum von zehn Jahren, was die langfristige Einbindung des Unternehmens in den türkischen Markt unterstreicht.

Erfolgsserie in Nordamerika und operative Fortschritte

Nur zwei Tage zuvor, am Dienstag, meldete Nordex den Abschluss von drei weiteren Verträgen in den USA. Mit ungenannten Kunden wurden Vereinbarungen über eine Kapazität von insgesamt mehr als 480 MW getroffen. Dabei kommen 81 Anlagen des Typs N163/5.X zum Einsatz. Diese Serie an Neuaufträgen folgt auf eine positive operative Entwicklung, die das Unternehmen bereits in der Vorwoche mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 untermauert hatte.

Dabei gelang es Nordex, eine zweistellige EBITDA-Marge von 10,3 % zu erzielen, was einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 223,8 Millionen Euro entspricht. Parallel dazu konnte ein positiver freier Cashflow erwirtschaftet werden. Die Dynamik im Neugeschäft zeigte sich bereits im Berichtszeitraum: Der Auftragseingang im Segment Projekte stieg am 29. Juli gemeldeten Daten zufolge im zweiten Quartal um 32,2 % auf 3,1 Gigawatt gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Das Unternehmen bestätigte im Zuge dieser Ergebnisse die Prognose für das laufende Gesamtjahr.

Marktbewertung und Analystenstimmen

An der Börse spiegelte sich die Auftragsmeldung am Donnerstag in einem zeitweisen Kursplus von rund 3 % im MDAX wider. Trotz zwischenzeitlicher Schwankungen weist die Aktie eine positive Bilanz für das laufende Jahr auf: Seit Jahresbeginn konnte das Papier um 33,93 % zulegen. Am Freitag ging der Wert mit einem Schlusskurs von 39,00 Euro aus dem Handel. Damit notiert die Aktie aktuell 4,52 % über ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, was charttechnisch als Unterstützung gewertet werden kann.

Die jüngsten Geschäftszahlen und Auftragseingänge lösten bei Analysten unterschiedliche Reaktionen aus. Jefferies hob das Kursziel für Nordex am 30. Juli von 58,00 auf 60,00 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Auch die Berenberg Bank sowie Deutsche Bank Research sehen Potenzial und setzen ihre Ziele bei 58,00 Euro an. Etwas vorsichtiger zeigte sich Goldman Sachs am 31. Juli und senkte das Kursziel nach Analyse der Quartalszahlen geringfügig von 53,20 auf 52,60 Euro, blieb jedoch bei der Einstufung „Buy“. Demgegenüber steht die skeptischere Haltung von RBC Capital Markets, die am 29. Juli das Rating „Underperform“ mit einem Ziel von 38,00 Euro bestätigte.

Veränderungen im Aktionariat und Ausblick

Auf der Seite der institutionellen Investoren gab es zuletzt Bewegungen. Die DWS Investment GmbH meldete am Dienstag, dass sie ihren direkten Anteil an der Nordex SE am 31. Juli auf 2,87 % reduziert und damit die Meldeschwelle von 3 % unterschritten hat.

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf kommende Termine, bei denen das Management die aktuelle Strategie weiter erläutern dürfte. So wird Nordex am 2. September an der Commerzbank & Oddo BHF Corporate Conference in Frankfurt teilnehmen. Diese Veranstaltungen bieten oft Gelegenheit, Details zur Abarbeitung des hohen Auftragsbestands und zur weiteren Margenentwicklung im laufenden Turnaround-Prozess zu erfahren.

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