Nordex Aktie: Citi traut mehr zu
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 14:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nordex legt am Montag der Woche einen Kurssprung von knapp zehn Prozent hin und beendet damit eine wochenlange Korrekturphase. Nun folgt der nächste Impuls: Citi hebt die Aktie von "Neutral" auf "Buy" und schraubt das Kursziel von 48 auf 50 Euro nach oben. Begründung: Die Margenentwicklung läuft besser als gedacht.
Die Analysten verweisen auf eine auffällige Lücke. Während die Aktie seit Jahresbeginn um 27 Prozent zulegte, kletterten die Konsens-Schätzungen für den Gewinn je Aktie 2027 um 45 Prozent. Auf Basis des EV/EBITA-Multiples für 2027 handelt Nordex derzeit mit dem 6,5-Fachen — aus Sicht von Citi ein Bewertungsabschlag, der nicht zur operativen Stärke passt.
Auftragsbücher füllen sich, Marge zieht an
Citi rechnet für 2027 und 2028 mit Aufwärtsrevisionen beim EBITDA von 7 beziehungsweise 16 Prozent gegenüber den Straßenschätzungen. Treiber sind operative Hebelwirkung und ein günstigerer Ländermix.
Für 2028 sieht die Bank sogar eine EBITDA-Marge von 12,5 Prozent möglich — oberhalb der eigenen Mittelfristziele des Unternehmens von 10 bis 12 Prozent und deutlich über dem Konsens von 11,4 Prozent.
Untermauert wird diese Einschätzung durch die operative Realität der vergangenen Wochen. Im August und September sicherte sich Nordex mehrere Großaufträge, darunter ein 525-Megawatt-Projekt der Türkerler Holding in der Türkei sowie Bestellungen über mehr als 480 Megawatt in den USA. Hinzu kamen Aufträge in Rumänien und Niedersachsen. Die Nettoliquidität liegt bei rund 1,67 Milliarden Euro — ein finanzieller Puffer für das kapitalintensive Projektgeschäft.
Deutsche Auschreibungsvolumina als Unsicherheitsfaktor
Ein Risiko bleibt der deutsche Ausschreibungsmarkt für Onshore-Wind. Die Volumina sollen von 14,4 Gigawatt im laufenden Jahr auf 12 Gigawatt 2026 sinken, bevor für 2027 und 2028 wieder 15 Gigawatt vorgeschlagen sind.
Citi hält Anlegerbedenken über mögliche Änderungen am deutschen Auktionssystem für berechtigt, sieht den bestehenden Auftragsbestand aber als ausreichenden Puffer für 2027 und weite Teile von 2028.
Als größten Risikopunkt für die Aktie nennt die Bank die erste deutsche Auktion im Februar 2027. Nach Einschätzung von Citi preist der aktuelle Kurs jedoch bereits ein ungünstiges Szenario ein — was den Spielraum nach oben eröffnet, sollte sich die Lage entspannter entwickeln als befürchtet.
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