Nordex Aktie: 525-Megawatt-Auftrag aus der Türkei
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 16:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nordex sammelt weiter Aufträge ein, doch an der Börse hilft das derzeit wenig. Medienberichten zufolge wächst unter Anlegern die Nervosität, obwohl der Windturbinenhersteller zuletzt mehrfach neue Bestellungen vermelden konnte. Die Aktie notiert am Dienstag bei 37,12 Euro und damit 1,8 Prozent leichter als am Vortag.
Neue Stimmrechtszahl nach Kapitalmaßnahme
Nordex hat die Gesamtzahl der Stimmrechte auf 236.874.704 Stück aktualisiert. Grund ist die Ausgabe neuer Bezugsaktien, die das Unternehmen im Rahmen einer Pflichtmitteilung nach dem Wertpapierhandelsgesetz bekanntgegeben hat.
Solche Meldungen sind formaler Natur, doch sie zeigen, dass sich die Aktienbasis des Unternehmens weiter verschiebt – ein Umstand, der bei Investoren offenbar zusätzliche Fragen aufwirft, gerade in einer Phase, in der der Kurs bereits unter Druck steht.
Parallel dazu hat die DWS Investment GmbH ihren Stimmrechtsanteil an Nordex auf 3,14 Prozent aufgestockt. Eine solche Erhöhung durch einen großen Vermögensverwalter wird an sich meist als Vertrauenssignal gewertet. Dass die Aktie trotzdem nicht von der Stelle kommt, unterstreicht, wie sehr die aktuelle Stimmung von Skepsis geprägt ist.
Aufträge sichern das operative Geschäft
Operativ läuft es für Nordex weiter rund. Das Unternehmen hat zusätzliche Aufträge über insgesamt 82 Megawatt für Windparkprojekte in Niedersachsen erhalten. Dazu kommt ein Großauftrag aus der Türkei: Die Türkerler Holding hat Nordex mit der Lieferung und Errichtung von 72 Turbinen des Typs N175/6.X für ein Projekt in Sivas beauftragt, mit einer Gesamtleistung von rund 525 Megawatt.
Der Deal umfasst zudem einen Servicevertrag über zehn Jahre mit Verlängerungsoption – ein Hinweis darauf, dass Nordex auch langfristig an dem Projekt verdienen will.
Diese Auftragsmeldungen reihen sich in eine bereits länger laufende Serie positiver Nachrichten ein, die den Kurs zuletzt aber kaum stützen konnten. Seit rund drei Wochen, als das Unternehmen weitere Aufträge vermeldete, hat die Aktie über 6 Prozent verloren. Der Markt scheint gute Nachrichten aus dem operativen Geschäft derzeit weitgehend zu ignorieren und stattdessen andere Faktoren stärker zu gewichten.
Gemischtes Bild bei Analysten
Auch von Analystenseite kommen unterschiedliche Signale. RBC Capital Markets hat Ende August das Kursziel für Nordex von 38 auf 36 Euro gesenkt und die Einstufung "Underperform" bestätigt. Das Institut bleibt damit skeptisch, was die weitere Kursentwicklung angeht, trotz der guten Auftragslage.
Diese kritische Haltung dürfte mit dazu beitragen, dass Anleger trotz der operativen Erfolge zurückhaltend bleiben. Die Aktie bewegt sich derzeit rund 8,5 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 40,59 Euro – ein Zeichen dafür, dass der kurzfristige Trend nach unten zeigt, während das Unternehmen operativ weiter zulegt.
Blick nach vorn
Für die kommenden Wochen stehen mehrere Termine an, die für neue Impulse sorgen könnten. Nordex nimmt am 21. September an der Berenberg and Goldman Sachs German Corporate Conference in München teil. Fünf Tage später folgen Auftritte auf der Fachmesse WindEnergy Hamburg sowie bei Investorenkonferenzen von Commerzbank/Oddo BHF, Barclays und Jefferies.
Am 12. November will Nordex schließlich seine Quartalsmitteilung zum Stichtag 30. September veröffentlichen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die operative Stärke des Unternehmens die Anlegerstimmung noch drehen kann.
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