Nordex, Aktie

Nordex Aktie: 2,475-Milliarden-Kredit bis 2031

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nordex sichert sich Großauftrag über 525 MW in der Türkei, meldet starke Quartalszahlen und sichert Milliardenkredit für weiteres Wachstum.

Nordex erhält Rekordauftrag aus der Türkei und verdoppelt operatives Ergebnis
Moderne Windkraftanlagen in einer weiten, sonnigen Landschaft als Symbol für langfristige industrielle Finanzierung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mit dem bislang größten Einzelauftrag für Windenergieanlagen im türkischen Markt setzt Nordex ein deutliches Ausrufezeichen im globalen Wettbewerb. Wie das Unternehmen am vergangenen Donnerstag mitteilte, hat die Türkerler Holding Turbinen mit einer Gesamtkapazität von rund 525 Megawatt (MW) bestellt. Nordex festigt damit seine führende Rolle in der Türkei, wo der Konzern nach eigenen Angaben bereits einen Marktanteil von 34 Prozent hält.

Neue Großprojekte in der Türkei und den USA

Der Rekordauftrag aus der Türkei ist Teil einer Serie von Erfolgen im internationalen Projektgeschäft. Bereits am Dienstag der vergangenen Woche meldete der Hamburger Windkraftanlagenbauer drei neue Aufträge aus den USA. Diese umfassen die Lieferung von insgesamt 81 Turbinen der Baureihe N163/5.X mit einer kombinierten Kapazität von mehr als 480 MW. Die Fertigung der Anlagen soll im konzerneigenen Produktionswerk im US-Bundesstaat Iowa erfolgen.

Zusätzlich zu den Aktivitäten in Nordamerika und der Türkei konnte Nordex am vergangenen Montag einen weiteren Erfolg in Osteuropa vermelden. Für den rumänischen Windpark Urleasca wurde ein Vertrag über 77 MW unterzeichnet. Dieser beinhaltet neben der Installation der Anlagen auch einen Premium-Servicevertrag mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit von 35 Jahren, was die langfristige Bindung und die Bedeutung des Servicegeschäfts für den Konzern unterstreicht.

Operatives Ergebnis im zweiten Quartal verdoppelt

Die starke Auftragslage der vergangenen Tage knüpft an eine positive Entwicklung im abgelaufenen Quartal an. Den am 29. Juli veröffentlichten Geschäftszahlen zufolge steigerte Nordex den Auftragseingang im Projektgeschäft auf 3.054 MW. Dies entspricht einer Steigerung von 32,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Parallel dazu kletterte der Umsatz im zweiten Quartal 2026 um gut 16 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro.

Besonders beim operativen Ergebnis zeigt die Kurve steil nach oben. Das EBITDA belief sich im zweiten Quartal auf 224 Millionen Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.

In der ersten Jahreshälfte 2026 erreichte das Unternehmen eine EBITDA-Marge von 9,4 Prozent. Die Geschäftsführung bestätigte angesichts dieser Zahlen die Prognose für das Gesamtjahr, die einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro sowie eine Marge von bis zu 11 Prozent vorsieht.

Milliarden-Finanzierung für langfristiges Wachstum

Um das hohe Arbeitstempo und die Absicherung künftiger Großprojekte finanziell zu unterlegen, hat Nordex Ende Juli eine neue Kreditfazilität vereinbart. Dabei handelt es sich um einen ESG-gebundenen Rahmen über 2,475 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2031. Medienberichten zufolge wurde die Finanzierung von einem Konsortium aus 15 Instituten unter der Führung von Commerzbank, Intesa Sanpaolo und UniCredit bereitgestellt. Die neuen Konditionen sollen deutlich niedrigere Finanzierungskosten für Garantien ermöglichen.

An der Börse wird die operative Stärke derzeit noch von einer allgemeinen Marktkonsolidierung überlagert. Die Aktie notiert aktuell bei 38,78 Euro, womit das Papier jedoch 3,71 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage verbleibt.

Analysten sehen weiterhin deutliches Potenzial: Die Deutsche Bank Research bekräftigte am 29. Juli ihre Kaufempfehlung für die Titel von Nordex (ISIN: DE000A0D6554) und taxiert das Kursziel auf 58 Euro.

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