Nokia Aktie: Satellitenfunk für die Ukraine
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 00:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deNokia und der finnische Satellitenspezialist ICEYE wollen gemeinsam mit der Ukraine eine souveräne Satellitenkommunikation aufbauen. Beide Unternehmen unterzeichneten dazu heute eine Absichtserklärung mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium. Es ist der nächste Schritt einer Partnerschaft, die erst vor wenigen Tagen begann.
Absichtserklärung zum Besuch des Regierungschefs
Das Dokument ist ein Letter of Intent, also noch kein Auftrag. Die Beteiligten wollen zunächst ausloten, wie sie in der Raumfahrt zusammenarbeiten können. Das Ziel: Die Ukraine soll ihre Verteidigungsfähigkeit stärken und dabei Satellitenkommunikation nutzen, die sie selbst kontrolliert.
Bekannt gegeben wurde die Vereinbarung während des Besuchs des finnischen Ministerpräsidenten in der Ukraine. Der politische Rahmen unterstreicht, wie eng Verteidigung, Technologie und Standortpolitik in Europa derzeit verzahnt sind.
Finanzielle Details nennen die Partner nicht. Weder ein Auftragsvolumen noch ein Zeitplan sind bekannt.
Das Konzept hinter der Partnerschaft
Schon früher im Oktober hatten Nokia und ICEYE eine Kooperation angekündigt. Sie wollen sichere, leistungsfähige Breitband-Satellitensysteme im niedrigen Erdorbit für Regierungen entwickeln. Die Einsatzfelder reichen von Verteidigung und Grenzschutz bis zu Rettungsdiensten und Katastrophenhilfe.
Der Kern des Angebots ist Eigentum und Kontrolle. Staaten sollen Satelliten, Bodensegment und Endgeräte selbst besitzen und steuern. Die Technik soll aus Europa stammen.
ICEYE betreibt nach eigenen Angaben die größte und modernste Radarsatelliten-Konstellation der Welt und unterstützt die Ukraine seit 2022. Nokia bringt die Netzwerkinfrastruktur ein.
Nokias Verteidigungschef Mikko Hautala argumentiert, Satellitennetze erweiterten und schützten die Konnektivität, wenn Netze am Boden gestört seien. Sie seien deshalb ein Schlüsselelement sicherer Kommunikation.
Einordnung
Für Nokia ist das Vorhaben ein weiterer Baustein im Ausbau des Geschäfts mit staatlichen und sicherheitsrelevanten Kunden. Zahlen zu Umsatz oder Ergebnis hängen daran bislang nicht. Ob aus der Absichtserklärung ein konkreter Vertrag wird, hängt von den nun anstehenden Gesprächen mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium ab. Einen Termin dafür haben die Beteiligten nicht genannt.
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