Nokia Aktie: Inderes hebt Kursziel, bleibt skeptisch
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 16:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deInderes traut Nokia nach dem jüngsten Geschäftsbericht mehr Gewinn zu, bleibt bei der Anlageempfehlung aber zurückhaltend. Das Analysehaus hat heute seine Ergebnisschätzungen und das Kursziel angehoben. Eine Kaufempfehlung folgt daraus nicht. Der Gegensatz zur optimistischeren Handelsbanken zeigt: Für Anleger zählt nicht allein das Wachstum der KI-Netzwerke, sondern auch dessen Bewertung und Umsetzung in Gewinne.
Inderes hebt Schätzungen und Kursziel an
Inderes erhöhte seine Empfehlung von „Verkaufen“ auf „Reduzieren“. Das Kursziel steigt von 6,50 auf 7 Euro. Damit fällt das Urteil weniger skeptisch aus als zuvor, bleibt aber unterhalb einer neutralen oder positiven Anlageempfehlung.
Die Analysten erkennen die verbesserte Geschäftsentwicklung ausdrücklich an. Ihre höheren Schätzungen gehen jedoch nicht mit einer grundlegend anderen Einschätzung der Aktie einher. Eine bessere Gewinnperspektive und eine attraktive Bewertung sind aus ihrer Sicht weiterhin nicht dasselbe.
Für die kommenden Jahre hob Inderes seine Ergebnisprognosen um 6–7 Prozent an. Das vergleichbare Betriebsergebnis des jüngsten Quartals lag mit 605 Millionen Euro über der eigenen Schätzung von 435 Millionen Euro.
Diese Übererfüllung relativiert Inderes mit dem Hinweis auf Einmaleffekte, die das berichtete Ergebnis belasteten. Zudem blieb der freie Cashflow wegen des gestiegenen Betriebskapitals negativ. Für die Bewertung genügt deshalb der Blick auf den bereinigten Gewinn allein nicht.
Die langfristige Messlatte liegt hoch
Das zurückhaltende Anlageurteil lässt sich somit nicht einfach als Zweifel an Nokias Wachstum lesen. Inderes verbindet bereits eine anspruchsvolle Ergebnisannahme mit der Empfehlung, die Aktie zu reduzieren. Anleger sollten diese Kombination stärker gewichten als die isolierte Anhebung des Kursziels.
Nokias eigene Ergebniszielspanne für das übernächste Jahr beträgt 2,7 bis 3,2 Milliarden Euro. Für Optical Networks und IP Networks zusammen erwartet das Unternehmen im kommenden Jahr ein Umsatzwachstum von 25–30 Prozent.
Für diese Wachstumserwartung nannte Nokia weder getrennte Raten für die beiden Geschäfte noch eine konkrete Messbasis. Die Prognose beschreibt damit eine starke gemeinsame Expansion, erlaubt aber keine präzise Zuordnung auf die einzelnen Bereiche.
Ein weiterer Umsetzungsschritt ist die Integration von Infinera. Der Integrationsfortschritt ist damit ein konkreter Prüfstein für die Ergebnisentwicklung.
Handelsbanken setzt einen anderen Akzent
Handelsbanken beurteilt das Verhältnis von Chancen und Risiken günstiger. Die Bank stufte Nokia heute von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und bestätigte ihr Kursziel von 10 Euro. Die Reaktion auf den gestrigen Geschäftsbericht hält sie für übertrieben.
Während Inderes trotz höherer Schätzungen vorsichtig bleibt, leitet Handelsbanken aus der operativen Entwicklung eine Kaufgelegenheit ab. Beide Häuser erkennen die Ergebnisstärke an; sie ziehen daraus unterschiedliche Konsequenzen für Anleger.
Handelsbanken erwartet beim bereinigten Gewinn je Aktie im kommenden Jahr einen Zuwachs von 21 Prozent und im darauffolgenden Jahr weitere 11 Prozent.
Der entscheidende Unterschied liegt damit im Anlageurteil, nicht in einer einfachen Gegenüberstellung von Wachstum und Stillstand. Nokias Integrationsziele und die Expansion im Netzgeschäft liefern konkrete Maßstäbe, an denen sich die optimistischeren Erwartungen künftig messen lassen.
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