Nio, Aktie

Nio Aktie: Überholt BMW, Mercedes und Audi

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 22:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nio-Gruppe lieferte in neun Monaten 300.301 Fahrzeuge aus; das Jahresziel erfordert ein starkes Schlussquartal.
Abstrakte Darstellung eines modernen Elektrofahrzeugs in einer urbanen Umgebung bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Nio-Gruppe hat im dritten Quartal 2026 im chinesischen Markt mehr Fahrzeuge abgesetzt als die etablierten deutschen Premiummarken BMW, Mercedes-Benz und Audi.

Damit platzierte sich der chinesische Elektroautobauer vor Mercedes-Benz inklusive Maybach und Smart mit 99.592 Einheiten sowie Audi mit 94.597 Verkäufen.

Die Verschiebung der Marktanteile verdeutlicht den zunehmenden Druck auf ausländische Hersteller im größten Automobilmarkt der Welt. Laut dem Branchenverband CPCA brachen die Verkäufe von Luxus-Verbrennern in China im September um 41 Prozent im Jahresvergleich ein. Nio konnte sich laut Qin Lihong in acht Provinzen und 40 chinesischen Städten vor allen drei deutschen Wettbewerbern behaupten.

Kernmarke stützt Erlöse im Hochpreissegment

Während das Gesamtvolumen der Gruppe durch die jüngeren Schwestermarken Onvo und Firefly angetrieben wird, liegt der durchschnittliche Verkaufspreis der Kernmarke Nio weiterhin bei über 400.000 Yuan. Im Segment der rein elektrischen Modelle über 500.000 Yuan erzielten die Modelle ES8 und ES9 im monatlichen Absatz Spitzenplätze. Beide Großmodelle machten zuletzt den Großteil der Auslieferungen der Hauptmarke aus.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 lieferte die gesamte Nio-Gruppe kumuliert 300.301 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von 49,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Management um Vorstandschef William Li peilt für das Gesamtjahr ein Mengenwachstum von 40 bis 50 Prozent an.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist im laufenden vierten Quartal ein Rekordvolumen erforderlich. Für das Jahr 2027 kündigte Li bereits eine Erweiterung der Modellpalette in den Baureihen 5 und 6 an. Pläne für eine breitere Expansion nach Europa wurden derweil bis Ende 2027 aufgeschoben.

Herausforderndes Umfeld belastet die Bewertung

Trotz der Absatzerfolge im Inland bleibt die Lage an den Kapitalmärkten angespannt. Zum Handelsschluss am vergangenen Freitag notierte die Nio-Aktie bei 3,05 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Kursverlust von 35 Prozent und liegt mit einem Abstand von lediglich 3,0 Prozent nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 2,96 Euro.

Investoren blicken mit Zurückhaltung auf den anhaltenden Preiswettbewerb sowie mögliche Handelskonflikte und Zölle in Überseemärkten. Zudem verlangsamte sich das Wachstum bei der Marke Onvo zuletzt mit vier aufeinanderfolgenden monatlichen Rückgängen, während das Unternehmen gleichzeitig erhebliche Mittel in den Ausbau seines Netzwerks an Batteriewechselstationen bindet. Ob Nio den Vorsprung gegenüber den deutschen Rivalen dauerhaft festigen kann, hängt nun maßgeblich von der Auslieferungsdynamik im Schlussquartal ab.

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