Nio, Aktie

Nio Aktie: Bündnis mit Geely

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 08:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Geely bringt eine Tochterbeteiligung und 640 Millionen Renminbi ein; weitere Kooperationen bei Wechseltechnik sind noch offen.

Nio Aktie: Geely übernimmt 30 Prozent an NIO Power
Moderne Ladestation für Elektrofahrzeuge in einer minimalistischen urbanen Umgebung bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Nio und Geely spannen zusammen – ausgerechnet bei der Technologie, die Nio von fast allen Wettbewerbern unterscheidet. Der chinesische Elektroautobauer hat verbindliche Vereinbarungen mit Tochtergesellschaften der Zhejiang Geely Holding Group unterzeichnet, die das Kräfteverhältnis im chinesischen Ladeinfrastruktur-Markt verschieben könnten.

Geely steigt bei der Batteriewechselsparte ein

Kern des Deals: Eine Geely-Tochter übernimmt 30 Prozent an NIO Power, jener Sparte, die Nios Batteriewechsel- und Ladegeschäft betreibt. Als Gegenleistung bringt Geely seine komplette Beteiligung an Yiyi Internet Technology ein, einem Anbieter von Wechseldiensten für die gewerbliche Mobilität, dazu kommen 640 Millionen Renminbi in bar.

Die Transaktion bewertet NIO Power mit rund 16 Milliarden Renminbi. Nio China bleibt mit 63,6 Prozent kontrollierender Anteilseigner, der bestehende Investor Wuhan Guangchuang hält weiterhin 6,4 Prozent.

Der Geely-Anteil ist an operative Meilensteine geknüpft und kann bei Verfehlen auf mindestens 20 Prozent sinken. Umgekehrt hat sich Geely eine Option gesichert, binnen zwei Jahren weitere 640 Millionen Renminbi zu investieren und den Anteil auf 34 Prozent auszubauen – dann würde Nios Kontrollanteil auf 60 Prozent fallen. Beide Transaktionen stehen unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Im Gegenzug zeichnet Nio China zehn Prozent an Geelys Lade-Tochter Haohan Energy. Die eingebrachten Mittel sollen für den Kauf bestimmter Lade-Assets verwendet werden.

Zwei Netze, ein Ziel

Nio setzt seit der Markteinführung auf Batteriewechselstationen statt auf klassisches Schnellladen, wie es Tesla und die meisten anderen Hersteller nutzen. Bis 2030 soll das eigene Netz auf 10.000 Stationen wachsen. Geely wiederum plant bis Ende 2027 mehr als 22.000 Ladestationen, davon über 15.000 Schnellladepunkte – als erster Anbieter der Branche will der Konzern damit sämtliche Landkreis-Ebenen Chinas abdecken.

Beide Unternehmen haben zudem erste Pläne besprochen, Batteriewechseltechnologie sowohl in Consumer-Modellen als auch im gewerblichen Geschäft von Geely-Marken einzusetzen. Verbindlich ist davon noch nichts – die Finalisierung hängt von weiteren Gesprächen ab. Die Kooperation baut auf einer bereits 2023 geschlossenen Batteriewechsel-Vereinbarung auf, unter der beide Seiten gemeinsame Standards entwickeln wollten.

Sollte Geely künftig in Großserie Nio-kompatible Wechselakkus verbauen, könnte das Netzwerk für einen erheblichen Teil des Marktes zum Standard werden. Bislang teilt sich der chinesische Markt in Nios eigenes System, CATLs Choco-Swap und BYDs Setzen auf ultraschnelles Laden auf. Geelys Tochter Yiyi Power betreibt schon heute rund 470 eigene Wechselstationen, vor allem für Taxis und Ride-Hailing-Fahrzeuge.

Ob aus der Ankündigung tatsächlich ein neuer Industriestandard wird, entscheidet sich erst, wenn die ersten Geely-Modelle mit Nio-kompatibler Wechseltechnik auf den Markt kommen. Bis dahin bleibt die Vereinbarung ein strategisches Signal – mit dem Potenzial, Tesla und CATL im chinesischen Heimatmarkt zusätzlich unter Druck zu setzen.

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