Nikkei 225: Renditeschock bremst Rally nicht
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 06:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach der Feiertagspause meldet sich der Nikkei 225 mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent zurück – und stellt sich damit gegen den Trend in Asien. Während Chinas Börsen und der Hang Seng nachgeben, hängt Japans Leitindex den Rest der Region ab. Der Grund liegt weniger in neuen Wachstumsimpulsen als in einem simplen Nachholeffekt.
Vor der Pause hatte der Nikkei drei Handelstage in Folge zugelegt, insgesamt rund 1.500 Punkte beziehungsweise 2,3 Prozent. Zuletzt stand der Index bei 65.018,95 Punkten, getragen von Technologie-, Industrie- und Gesundheitswerten. Jetzt holt er einfach nach, was Wall Street in der Zwischenzeit an Bewegung vorgelegt hatte.
Anleiherenditen drücken auf die Stimmung
Das eigentliche Thema der Woche sind nicht Aktienkurse, sondern Anleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte über 5 Prozent auf rund 5,11 Prozent – der höchste Stand seit 2007. Parallel dazu markierte die Rendite japanischer Staatsanleihen mit gleicher Laufzeit ein 30-Jahres-Hoch.
Steigende Zinsen erhöhen den Abzinsungssatz für künftige Unternehmensgewinne und treffen damit besonders wachstumsstarke Technologiewerte. Hinzu kommt ein Anstieg der Ölpreise, der die Inflationssorgen erneut befeuert und die Erwartung stützt, dass Notenbanken ihre Zinsen länger hoch halten müssen als noch vor wenigen Wochen gedacht.
Auslöser für die jüngste Nervosität an den Anleihemärkten waren auch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Generalversammlung. Er brachte eine mögliche Eskalation gegenüber dem Iran ins Spiel und sprach von einer "großen Militärpräsenz" in Grönland – Aussagen, die Rohölpreise und Risikoaufschläge gleichermaßen anschoben.
Trump-Xi-Gipfel als zweiter Belastungsfaktor für die Region
Während Japan seine Verluste aus der Feiertagspause aufholt, richtet sich der Blick der Region auf ein Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington. Themen sind Handel, künstliche Intelligenz und Taiwan.
US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte vorab, dass beide Seiten ihre Handelswaffenruhe um zwei weitere Monate verlängert haben – ein Detail, das an den Aktienmärkten Chinas bislang aber kaum Entlastung gebracht hat.
Für Japan bleiben am Donnerstag zusätzlich die vorläufigen September-Einkaufsmanagerindizes von S&P Global im Blick. Im August lagen die Werte für verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen und den Composite-Index bei 54,9, 52,5 und 53,5 Punkten – Zahlen, die zeigen sollen, ob sich die Erholung der japanischen Wirtschaft trotz steigender Zinsen fortsetzt.
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