Nikkei 225: Nächster Dämpfer droht
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 01:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Tage Erholung, dann der Rückschlag: Der Nikkei 225 hat seine Gewinnserie gerissen und dürfte auch am Mittwoch tiefer starten. Grund ist eine altbekannte Gemengelage aus Nahost-Eskalation und steigenden Ölpreisen, die längst auf die Wall Street übergeschwappt ist.
Am Dienstag verlor der japanische Leitindex 1.130,52 Punkte oder 1,70 Prozent und schloss bei 65.269,33 Zählern — exakt auf Tagestief, nachdem er zuvor noch bei 66.791,84 Punkten notiert hatte. Technologie-, Auto-, Maschinenbau- und Papierwerte belasteten, während Raffineriewerte von den steigenden Rohölpreisen profitierten. Die zuvor verzeichnete Rally von rund 2.200 Punkten oder 3,2 Prozent binnen zwei Tagen ist damit erst einmal gestoppt.
Öl und Iran-Konflikt als Belastung
Auslöser der Nervosität sind die Angriffe der USA auf drei iranische Öltanker am Wochenende. Der Iran droht mit Vergeltung für weitere Attacken auf seine Anlagen, auch die von Saudi-Arabien angeführte Koalition kündigte eine entschlossene Antwort auf Angriffe der Huthi-Rebellen an.
Die Rohölsorte WTI mit Lieferung im Oktober zog um 1,43 Prozent auf 92,79 Dollar je Barrel an — ein Preisniveau, das Inflations- und damit Zinssorgen an den Märkten neu befeuert.
Die Folgen zeigten sich prompt an der Wall Street: Der Dow Jones gab 628,18 Punkte oder 1,18 Prozent nach, der S&P 500 verlor 0,58 Prozent, die Nasdaq schloss 0,32 Prozent leichter. Da die US-Börsen den Handelstag auf ihren Tiefstständen beendeten, fällt auch der Ausblick für die asiatischen Märkte entsprechend schwach aus.
Yen-Stärke und BoJ-Fantasie bleiben im Hintergrund
Neben dem Ölpreis wirkt weiterhin die Yen-Aufwertung auf den exportlastigen Nikkei. Die japanische Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal weniger stark als zunächst angenommen, zudem legten die Reallöhne so kräftig zu wie seit Jahren nicht mehr. Beides nährt die Erwartung, dass die Bank of Japan bereits in der kommenden Woche die Zinsen anheben könnte — vereinzelt ist sogar von einem größeren Schritt als den üblichen 25 Basispunkten die Rede. Ein stärkerer Yen verteuert japanische Exporte und drückt tendenziell auf die Kurse der Indexschwergewichte.
Für Japan stehen am Vormittag zudem die August-Zahlen zur Geldmenge an, die Prognosen deuten auf eine unveränderte M2-Wachstumsrate von 2,2 Prozent hin. Die eigentliche Richtung dürfte der Index aber vom Nahost-Konflikt und der Ölpreisentwicklung ableiten — solange sich dort keine Entspannung abzeichnet, bleibt der Abwärtsdruck auf den Nikkei bestehen.
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