Nike Aktie: Mbappé wechselt zu On
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 15:41 Uhr | Redaktion boerse-global.deNike verliert einen seiner prominentesten Markenbotschafter — und das ausgerechnet an einen kleinen Schweizer Herausforderer. Kylian Mbappé, WM-Rekordtorschütze und Real-Madrid-Star, beendet seine seit Jugendtagen bestehende Partnerschaft mit dem US-Sportartikelriesen und wechselt zu On Holding. Der Zeitpunkt könnte für Nike kaum unpassender sein.
On steigt mit dem Deal erstmals in den Fußball-Markt ein und verpflichtet Mbappé als globalen Markenbotschafter, der künftige Schuh- und Bekleidungslinien mitentwickeln soll. Zusätzlich holte On mit Thierry Henry einen "Director of Football" an Bord, der laut Berichten an der Verpflichtung Mbappés beteiligt war.
Finanzielle Details blieben unter Verschluss, Mbappé soll aber im Zuge des Deals eine Kapitalbeteiligung an On erhalten. Die Reaktion an der Börse fiel entsprechend gegensätzlich aus: On legte vorbörslich rund vier Prozent zu, während die Nike-Aktie zeitweise über ein Prozent verlor.
UBS warnt vor schwachen Zahlen
Der Mbappé-Wechsel trifft Nike in einer ohnehin angespannten Phase. UBS senkte das Kursziel von 48 auf 42 Dollar und beließ die Einstufung bei "Neutral". Die Analysten begründen den Schritt mit eigenen Channel-Checks, die eine sich verschlechternde globale Umsatzdynamik zeigen — schwach in den USA und Europa im Direktvertrieb, im europäischen Großhandel und in China, begleitet von steigenden Rabattaktionen.
Besonders brisant: UBS erwartet, dass Nike bei den Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2027 den Gewinn pro Aktie um fünf Cent verfehlt. Für das zweite Quartal taxiert die Bank die Gewinnspanne auf 31 bis 43 Cent je Aktie — deutlich unter dem Marktkonsens von 53 Cent.
Die Aktie markierte im vorbörslichen Handel mit 35,72 Dollar ein neues 52-Wochen-Tief. Der breite Markt lieferte dabei keine Erklärung: Der S&P 500 notierte nahezu unverändert, der Dow Jones nur leicht schwächer. Die Schwäche bei Nike ist damit hausgemacht.
Verschärft wird die Lage durch den bevorstehenden Rauswurf aus dem S&P 100 zum Handelsstart am 21. September — Folge eines Marktkapitalisierungsverlusts von rund 80 Prozent binnen fünf Jahren. Nike gilt damit als schwächster Wert im Dow Jones des laufenden Jahres.
Die nächste Nagelprobe folgt mit den Quartalszahlen am 1. Oktober. Dann zeigt sich, ob Konzernchef Elliott Hill mit seiner Turnaround-Strategie erste Fortschritte vorweisen kann — oder ob die von UBS prognostizierte Gewinnlücke Realität wird.
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