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Nike Aktie: Kredit statt Kurserholung

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Needham reduziert Gewinnprognosen für Nike, während der Konzern der künftigen Frauen-Bundesliga bis zu 15 Millionen Euro bereitstellt.

Aquarell-Stillleben mit Sportausrüstung, Sneakern und Sporttasche in Blau und Orange
Nike Inc US6541061031 Sportausrüstung als farbenfrohes Aquarell mit Sneakern und Sporttasche künstlerisch dargestellt Illustration mit AI erstellt.

Während die Nike-Aktie unter Druck bleibt, sichert sich der Konzern eine neue Rolle im deutschen Fußball: Ab Sommer 2027 unterstützt Nike die dann eigenständige Frauen-Bundesliga mit einer Kreditlinie von bis zu 15 Millionen Euro. Der Zinssatz liegt bei 1,5 Prozent pro Jahr — eine vergleichsweise günstige Finanzierung für den neu gegründeten Ligaverband FBL e.V., der die Liga ab der Saison 2027/28 unabhängig vom DFB organisiert.

Zum Vergleich: Bei den Männern hat Adidas der Deutschen Fußball Liga einen Darlehensrahmen von bis zu 100 Millionen Euro eingeräumt. Nike selbst übernimmt ab 2027 die Ausrüstung der deutschen Nationalmannschaften, nachdem die langjährige Partnerschaft des DFB mit Adidas ausläuft. Das Engagement bei der Frauen-Bundesliga fügt sich in diese strategische Positionierung im deutschen Markt ein.

Analysten bleiben skeptisch

Am Kapitalmarkt dominiert derweil eine deutlich nüchternere Geschichte. Needham hat seine Gewinnschätzungen für Nike gesenkt und rechnet für das Geschäftsjahr 2027 nur noch mit 1,64 Dollar je Aktie, für 2028 mit 1,80 Dollar — jeweils rund zehn Prozent weniger als zuvor. Ein konkretes Kursziel nennt die Bank nicht, das Rating "Hold" bleibt aber bestehen.

Die Begründung liegt in einer Kombination mehrerer Belastungsfaktoren: Die Nachfrage in den USA schwächelt, die Lagerbestände sind hoch, Rabattaktionen nehmen zu. Hinzu kommt Gegenwind aus China, wo zwei wichtige Großhandelspartner angekündigt haben, Nike-Produkte künftig nicht mehr online zu verkaufen.

Auch das schwache Rückschulgeschäft in den USA, das bereits bei Handelspartnern wie Dick's Sporting Goods und JD Sports für gesenkte Prognosen sorgte, belastet die Erwartungen.

Die Aktie notiert bei rund 36 Dollar und hat auf Jahressicht mehr als 44 Prozent verloren. Needham sieht den "Weg des geringsten Widerstands" weiterhin nach unten gerichtet.

Am 1. Oktober legt Nike nach US-Börsenschluss Zahlen zum ersten Geschäftsquartal vor. Angesichts der zuletzt mehrfach gesenkten Erwartungen dürfte sich zeigen, ob die operativen Probleme in den USA und China bereits eingepreist sind oder für eine weitere Überraschung sorgen.

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