Nidec Aktie: Kurs bricht um 21 Prozent ein
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Berichte über eine drohende Milliardenabschreibung und einen Führungswechsel haben die Nidec-Aktie am heutigen Montag auf Talfahrt geschickt. Das Papier brach im Tagesverlauf um 21 Prozent auf 12,60 Euro ein.
Auslöser des Kurssturzes waren Medienberichte, wonach das japanische Unternehmen eine außerordentliche Wertberichtigung in der Größenordnung von rund 1 Billion Yen plane und der Verwaltungsrat die Abberufung von Präsident Mitsuya Kishida beschlossen habe. Nidec trat den Spekulationen umgehend entgegen und betonte, dass bislang keine entsprechenden Entscheidungen getroffen worden seien.
Unruhe um Wertberichtigungen und personelle Konsequenzen
Wie Reuters unter Berufung auf einen Bericht von Diamond Online meldete, soll das Gremium am Freitag für die Abberufung von Präsident Mitsuya Kishida gestimmt haben. Zudem stehe für das im März 2026 beendete Geschäftsjahr eine Wertberichtigung von etwa 1 Billion Yen im Raum. Auch Bloomberg griff die Berichte über die drastischen bilanziellen Schritte und den drohenden Abgang des Präsidenten auf, was an den Märkten zu massiven Verkäufen führte.
Nidec reagierte mit einer offiziellen Stellungnahme auf die Marktunruhe. Das Management bestätigte zwar, dass personelle Veränderungen in der Führungsebene sowie eine umfangreiche Wertberichtigung geprüft werden.
Eine endgültige Entscheidung sei jedoch in keinem der beiden Punkte gefallen. Weder die kolportierte Summe von 1 Billion Yen noch die Abberufung Kishidas wurden von Unternehmensseite bestätigt. Sobald wesentliche Beschlüsse gefasst seien, werde der Konzern diese unverzüglich offenlegen.
Aufarbeitung unzulässiger Praktiken belastet
Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete unterdessen, dass Nidec eine Umbildung der Führungsmannschaft erwäge und Abschreibungen von mindestens mehreren hundert Milliarden Yen prüfe, die sich vor allem auf das Geschäftsjahr 2025 beziehen. Die Jahresergebnisse werden noch innerhalb des laufenden Monats erwartet.
Hintergrund der bilanziellen Unsicherheit sind Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung. Nidec plant, die konkreten finanziellen Auswirkungen der festgestellten unzulässigen Praktiken im Rahmen der bevorstehenden Ergebnispräsentation zusammen mit korrigierten Zahlen für frühere Berichtszeiträume offenzulegen.
Außerordentliche Hauptversammlung angesetzt
Bereits am 15. September hatte das Unternehmen erste organisatorische Schritte eingeleitet, um die Verzögerungen bei der Berichterstattung aufzuarbeiten. Nidec legte den 30. September 2026 als Stichtag für die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung fest, die innerhalb von drei Monaten stattfinden soll.
Auf diesem Aktionärstreffen sollen der Geschäftsbericht, die Finanzabschlüsse sowie der Prüfungsbericht vorgelegt beziehungsweise zur Genehmigung vorgelegt werden. Diese Dokumente hatten den Anteilseignern auf der 53. ordentlichen Hauptversammlung noch nicht präsentiert werden können. Anleger müssen sich vor diesem Hintergrund auf anhaltende Klarstellungsbedarfe rund um die tatsächliche Belastung der Bilanz einstellen.
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