Nfon, Aktie

Nfon Aktie: Zweite Prognosesenkung 2026

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nfon kappt zum zweiten Mal die Jahresprognose 2026. Schwaches Telefoniegeschäft drückt Umsatz, während Sparmaßnahmen die Marge verbessern.

Nfon senkt Jahresziele erneut: Umsatz und EBITDA 2026 unter Plan
Abstrakte Darstellung einer modernen Büroumgebung in abendlichem Licht, symbolisch für wirtschaftliche Unsicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nfon musste die eigene Jahresprognose erneut kappen. Der Umsatz soll 2026 nun bei 84,5 bis 86,0 Millionen Euro liegen, statt wie ursprünglich geplant im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zu wachsen. Das bereinigte EBITDA fällt mit 9,5 bis 10,5 Millionen Euro deutlich unter die zuvor angepeilte Marke von über 12 Millionen Euro.

Grund für den Rückschlag ist die anhaltende Schwäche im Kerngeschäft Businesstelefonie. Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 5,4 Prozent auf 20,9 Millionen Euro – nach einem Rückgang von 2,3 Prozent im ersten Quartal hat sich das Tempo also noch verschärft. Zurückhaltende Investitionsbereitschaft bei Unternehmenskunden und längere Entscheidungszyklen bei größeren Projekten bremsen das Neugeschäft, während bestehende Kunden abwandern.

Kostendisziplin zeigt Wirkung

Positiv fällt auf: Die Profitabilität entwickelt sich trotz sinkender Erlöse besser. Die adjustierte EBITDA-Marge kletterte im zweiten Quartal auf 12,5 Prozent, ein deutlicher Sprung gegenüber den 8,2 Prozent im ersten Quartal. Die Sparmaßnahmen aus dem Programm "NFON Next 2027" scheinen zu greifen.

Für das Gesamtjahr bedeutet das laut Berechnungen aus den vorläufigen Zahlen ein zweites Halbjahr mit einem erneuten Umsatzrückgang, aber einer spürbar höheren Marge als in der ersten Jahreshälfte. Die von Nfon selbst avisierte Rückkehr zu Wachstum ab dem dritten Quartal rückt damit in weitere Ferne.

KI-Sparte wächst, reicht aber noch nicht

Die strategischen Wachstumsbereiche Intelligent Assistant und Kundenengagement entwickelten sich nach Unternehmensangaben im ersten Halbjahr deutlich positiv. Bislang machen sie aber nur einen kleinen Teil des Konzernumsatzes aus und können den Rückgang im klassischen Telefoniegeschäft noch nicht ausgleichen. Der Zeitpunkt, an dem das KI-getriebene Wachstum die schrumpfende Kernsparte überkompensiert, verschiebt sich damit nach hinten.

Ein Analystenhaus reagierte auf die Zahlen mit einer Kürzung des Kursziels von 8,30 auf 5,00 Euro, bei fortgesetzter Kaufempfehlung. Als Argument für das Rating dienten die hohe Recurring-Revenue-Basis von über 90 Prozent, eine steigende durchschnittliche Erlösquote je Kunde sowie ein nahezu schuldenfreier Bilanzstand.

Der Halbjahresfinanzbericht mit den endgültigen Zahlen folgt am 20. August. Er wird zeigen müssen, ob die verbesserte Marge im zweiten Quartal tatsächlich ein struktureller Trend ist oder nur ein einmaliger Effekt der Kostenmaßnahmen.

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