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Nfon Aktie: Analysten sehen Wende nahen

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 08:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nfon verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang, doch Abo-Erlöse und KI-Produkte wachsen. Analysten sehen die Talsohle erreicht.

Nfon-Aktie: Stabiler Abo-Mix und KI-Wachstum trotz Umsatzminus
Abstrakte Darstellung moderner Kommunikationstechnologie und digitaler Vernetzung in einem professionellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach der Prognosesenkung der vergangenen Woche liegen nun die vollständigen Halbjahreszahlen vor. Sie bestätigen im Kern, was bereits bekannt war — doch die Details liefern ein differenzierteres Bild, als es der reine Umsatzrückgang vermuten lässt.

Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 5,2 Prozent auf 20,9 Millionen Euro, das erste Halbjahr summiert sich auf 42,5 Millionen Euro (-3,8 Prozent gegenüber Vorjahr). Der Rückgang trifft vor allem das nicht-wiederkehrende Geschäft, das um gut ein Viertel einbrach. Wiederkehrende Erlöse aus Abonnements gaben dagegen nur leicht nach und machen inzwischen 94,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus — ein strukturell stabilerer Mix als noch vor einem Jahr.

Sitzplätze schrumpfen, ARPU hält sich

Die Zahl der aktiven Nutzerplätze fiel um 4,2 Prozent auf 630.000. Ein Teil davon ist gewollt — Nfon strafft sein Portfolio —, der größere Teil geht auf echte Kundenabwanderung zurück, getrieben von zurückhaltenden IT-Budgets bei Firmenkunden. Bemerkenswert: Der durchschnittliche Erlös je Nutzer (ARPU) legte trotzdem leicht zu, dank gezielter Preisanpassungen und eines wachsenden Anteils an Premium-Lösungen.

Zugkraft entwickeln vor allem die KI-gestützten Produkte. Der "Intelligent Assistant" wuchs im Jahresvergleich um 39 Prozent, "Customer Engagement" um 12 Prozent. Beide Segmente sind mit rund zehn Prozent vom Gesamtumsatz noch klein, sollen aber laut Einschätzung der Analysten der Punkt sein, an dem sich der Umsatzmix perspektivisch dreht.

Margendruck bleibt eine Baustelle

Operativ zeigte sich im zweiten Quartal ein positiver Trend: Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte sequenziell um 4,3 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent, auch wenn sie im Jahresvergleich noch rückläufig ist. Der Sprung resultiert vor allem aus gesenkten sonstigen Betriebskosten sowie einer Restrukturierung der Support-Organisation, die Entlassungen und Near-Shoring umfasste.

Die überarbeitete Jahresprognose von 84,5 bis 86,0 Millionen Euro Umsatz und 9,5 bis 10,5 Millionen Euro bereinigtem EBITDA impliziert für das zweite Halbjahr eine Marge zwischen 11,7 und 14,5 Prozent — spürbar unter dem Vorjahreswert von 15,4 Prozent. Die Restrukturierung allein dürfte diese Lücke kaum schließen, zusätzliche Verbesserungen im Produktmix und verschobenes Projektgeschäft müssten ebenfalls greifen.

Ein Analystenhaus bestätigte nach den Zahlen sein "Buy"-Rating mit einem Kursziel von 5,00 Euro auf DCF-Basis. Die Einschätzung: Der Rückgang sei eher ein Timing-Problem als ein strukturell gebrochenes Geschäftsmodell — vorausgesetzt, die Abwanderung im klassischen Telefonanlagen-Geschäft beschleunigt sich nicht weiter.

Charttechnisch nähert sich der Kurs seit rund zwei Monaten der 200-Tage-Linie an, ohne bislang nachhaltig darüber auszubrechen. Im zweiten Halbjahr dürfte die Entwicklung der Nutzerzahlen der entscheidende Indikator dafür sein, ob sich der Mix-Shift tatsächlich auszahlt.

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