Nexstar Media Aktie: Wahlwerbung auf Rekordniveau
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 16:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie der Nexstar Media Group legt am heutigen Montag deutlich zu und verzeichnet ein Kursplus von 6,6 Prozent auf 145,35 Euro. Wesentlicher Treiber des operativen Geschäfts ist das Anzeigengeschäft im Vorfeld der anstehenden US-Wahlen. Während der klassische Werbemarkt spürbaren Gegenwind spürt, verzeichnet der Fernsehsenderbetreiber einen deutlichen Ausgleich durch Kampagnenbudgets aus der Politik.
Rekordniveau bei Wahlwerbung fängt Marktschwäche ab
Auf mehreren Branchenkonferenzen gab die Unternehmensführung kürzlich Einblick in die aktuelle Lage. CEO Perry Sook und CFO Leigh Ann Gliha erklärten, dass die Ausgaben für politische Werbung ein Rekordniveau erreicht haben. Zudem setzten die Buchungen deutlich früher ein als in vorangegangenen Wahlzyklen. Demgegenüber gingen die nicht-politischen Werbeeinnahmen im mittleren einstelligen Prozentbereich zurück.
Parallel dazu verzeichnet das Unternehmen im Digitalbereich ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Um die eigene publizistische Präsenz zu nutzen, kündigten die Sender der Gruppe im Bundesstaat Michigan eigene Live-Debatten an. Übertragen vom Sender WOOD-TV in Grand Rapids treffen dort am 6. Oktober die Kandidaten für das Gouverneursamt und am 8. Oktober die Bewerber für den US-Senat aufeinander.
Solche Übertragungen untermauern die Stellung regionaler Rundfunkanstalten im Vorfeld wichtiger Wahlen. Für Nexstar Media bilden reichweitenstarke Formate die Basis, um Werbeetats in den eigenen Kernmärkten zu halten und die Ertragskraft des Senderportfolios zu stützen.
Technologie-Initiative und juristischer Zeitplan
Neben dem Programmgeschäft treibt das Unternehmen technische Initiativen voran. Am Donnerstag startete Nexstar gemeinsam mit Sinclair die Aufklärungskampagne GoNextGenTV in 13 regionalen US-Fernsehmärkten, um den Standard ATSC 3.0 bekannter zu machen. Nexstar beteiligt sich daran unter anderem in Metropolen wie Cleveland, Austin, Tampa und Denver.
Mögliche Lockerungen der Eigentumsregeln durch die Medienaufsicht FCC könnten nach Einschätzung des Managements künftige Übernahmen in der Rundfunkbranche begünstigen. Medienberichten zufolge thematisierte die Unternehmensführung zuletzt auch den Schuldenabbau und die anhaltende Regulierung. Auf Analystenseite erfährt das Papier Unterstützung: Guggenheim sprach am 9. September eine Kaufempfehlung für die Aktie aus.
Festere Konturen zeichnen sich zudem im Rechtsstreit im Zusammenhang mit Tegna ab. Die mündlichen Verhandlungen vor Gericht sind für den 17. November angesetzt. Ein Hauptverfahren in diesem Fall wird für Anfang Juli 2027 erwartet.
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