Neuca, Aktie

Neuca Aktie: 499 Millionen Zloty Kartellstrafe verhängt

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Polens Wettbewerbsbehörde belastet Neuca mit 500,9 Millionen Zloty. Der Pharmagroßhändler weist die Vorwürfe zurück und plant eine Klage.

Neuca-Aktie fällt nach 500-Millionen-Zloty-Kartellstrafe
Abstraktes, stimmungsvolles Bild eines pharmazeutischen Logistikzentrums mit dramatischen Lichtverhältnissen. Illustration mit AI erstellt.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat die polnische Wettbewerbsbehörde UOKiK eine Strafe von 499 Millionen Zloty gegen den Pharmagroßhändler Neuca verhängt. Der Regulierer wirft dem Unternehmen vor, über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt an einem Preiskartell beteiligt gewesen zu sein. Die Aktie reagierte heute mit deutlichen Verlusten und verlor 12 Prozent auf 676,00 PLN.

Kartellabsprachen über ein Jahrzehnt

Insgesamt verhängte die Aufsichtsbehörde Bußgelder in Höhe von 905 Millionen Zloty gegen vier Akteure der Branche. Auf Neuca entfällt dabei der größte Anteil. Zusammen mit der Tochtergesellschaft ?wiat Zdrowia, gegen die rund 1,9 Millionen Zloty festgesetzt wurden, beläuft sich die Strafe für den Konzern auf insgesamt 500,9 Millionen Zloty.

Nach Feststellung der Aufsichtsbehörde tauschten die beteiligten Großhändler sensible Unternehmensdaten aus, darunter Arzneimittelpreise, Absatzvolumina sowie kommerzielle Konditionen. Ziel dieser Absprachen war es, den Wettbewerb gezielt zu beschränken und Preisduelle zu vermeiden.

Im Austausch für Rabatte, Schulungen und Marketinghilfe sicherten sich die Unternehmen Zugriff auf Verkaufsdaten von Apotheken. Neuca nutzte diesen Mechanismus nach Behördenangaben seit Oktober 2015.

Kooperation und weitere Strafen

Neben Neuca wurden auch andere Großhändler belangt. Farmacol-Logistyka erhielt ein Bußgeld von rund 400 Millionen Zloty, während gegen Farmacol rund 3,5 Millionen Zloty verhängt wurden. Ein weiterer Branchenvertreter, die Polska Grupa Farmaceutyczna, blieb hingegen vollständig straffrei. Das Unternehmen hatte sich im Rahmen eines Kronzeugenprogramms an die Behörden gewandt und Beweise zur Verfügung gestellt.

Berufung vor Gericht angekündigt

Neuca wies die Entscheidung der Wettbewerbshüter entschieden zurück. Das Unternehmen erklärte, den Anschuldigungen vollumfänglich zu widersprechen. Das Management kündigte an, Rechtsmittel einzulegen und den Fall vor das polnische Gericht für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz zu bringen.

Eine sofortige Fälligkeit der Summe besteht nicht. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, werden der endgültige Betrag und die Zahlungsfrist erst nach einem rechtskräftigen Gerichtsurteil verbindlich bestimmt. An den Märkten dominierte dennoch die Verunsicherung über die juristische Auseinandersetzung. Im Handelsverlauf markierte der Titel ein 52-Wochen-Tief von 627,00 PLN.

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