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Netum Group Oyj Aktie: Neuer Kurs, schlankere Struktur

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 09:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der finnische IT-Dienstleister plant jährliche Einsparungen von 1,4 bis 1,8 Millionen Euro und strebt bis 2029 eine EBITA-Marge von mindestens 10 Prozent an.

Netum Group richtet Organisation neu aus und setzt Ziele bis 2029
Modernes, minimalistisches Bürointerieur mit klaren Linien und hellem Licht, das strukturelle Effizienz symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Netum baut um und setzt sich neue Ziele. Der finnische IT-Dienstleister hat heute eine verfeinerte Strategie für 2027 bis 2029, eine neue Organisation und Einsparungen im Millionenbereich angekündigt. Der Ton ist selbstkritisch: Das laufende Jahr sei schwierig, die aktuelle Ertragslage "inakzeptabel", räumt Konzernchef Repe Harmanen ein.

Ziele für 2027 bis 2029

Die neuen mittelfristigen Ziele ersetzen jene der Periode 2025 bis 2027. Netum strebt ein organisches Wachstum von durchschnittlich rund 10 Prozent pro Jahr an. Die EBITA-Marge soll bis Ende des Zeitraums mindestens 10 Prozent erreichen. Der Auslandsanteil am Umsatz soll auf 10 Prozent steigen.

Aktionäre sollen rund 40 Prozent des operativen Ergebnisses (EBITA) als Dividende erhalten, vorbehaltlich der Finanzlage. Das Unternehmen betont, dass es sich um mittelfristige Ziele handelt, nicht um Prognosen für einzelne Jahre. Wachstum soll vor allem organisch kommen, Zukäufe bleiben eine Option. Künstliche Intelligenz soll in sämtliche Leistungen eingebettet werden.

Die Prognose für 2026 bleibt unverändert: Der Umsatz soll deutlich unter dem Vorjahr liegen, das vergleichbare EBITA negativ ausfallen.

Warum Netum umbaut

Der Umsatz fiel von 44,0 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 37,8 Millionen Euro im Jahr 2025. Gründe waren das Auslaufen dreier großer Kundenverträge im Juli 2025 und eine schwächere Nachfrage nach Subunternehmerleistungen bei Expertendiensten. Die Konzernstruktur stammt aus Zeiten von Zukäufen und Wachstum und passt nicht mehr zur heutigen Größe.

Künftig gibt es vier Geschäftsbereiche: Data, Digital & AI, Core Systems, Integrations & Operations, Cybersecurity, Regulation & Data Protection sowie Education Solutions & Products. Vertrieb und Konzerndienste laufen zentral. Zwischen Konzernchef und Spezialist liegen höchstens zwei Führungsebenen. Die Berichterstattung bleibt bei einem einzigen Segment.

Einsparungen und Personal

Die Maßnahmen sollen jährlich 1,4 bis 1,8 Millionen Euro sparen. Der Großteil wirkt bereits 2027, die volle Wirkung folgt ab 2028. Einmalkosten von etwa 0,3 Millionen Euro fallen 2026 an. Sie gelten als Sonderposten und belasten die Prognose für das vergleichbare EBITA nicht.

Betroffen sind vor allem Querschnittsfunktionen, Vertrieb und Führungsrollen. Netum rechnet mit dem Wegfall von etwa 10 bis 20 Stellen oder wesentlichen Vertragsänderungen. Verhandlungen und Gespräche betreffen insgesamt 40 Beschäftigte, die Zahl der Spezialisten im Kundengeschäft soll nicht sinken.

Auch das Management ändert sich. Mikko Pitkänen verlässt die Konzernleitung. Zwei neue Mitglieder kommen hinzu, das Gremium wächst von sieben auf acht Köpfe. Outi Mattila und Liisa Rusanen übernehmen Bereiche, ebenso Sebastian Pönkkö und Aapo Cederberg. Cyberwatch, im April 2026 übernommen, wird operativ in den Cybersicherheitsbereich integriert.

Die neue Organisation soll spätestens am 1. Januar 2027 stehen. Vorübergehende Freistellungen sind für das vierte Quartal 2026 geplant.

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