Netflix Aktie: Jim Cramer empfiehlt Kauf
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 04:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Jim Cramer hat Netflix am Mittwoch als Kaufkandidaten bezeichnet – trotz Führungsfragen im Konzern verweist er auf die Finanzzahlen als Beleg für die Stärke des Streaming-Riesen. Im zweiten Quartal steigerte Netflix den Umsatz um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden US-Dollar.
Für das Werbegeschäft rechnet das Unternehmen bis 2026 mit Erlösen von 3 Milliarden US-Dollar. Laut Cramer halten mittlerweile 122 Hedgefonds Aktien des Konzerns, während die Short-Quote bei nur 2,19 Prozent liegt – ein Hinweis darauf, dass Wetten gegen das Papier derzeit die Ausnahme bleiben.
Die Empfehlung fällt in eine Phase, in der die Netflix-Aktie ohnehin gefragt ist. Am Mittwoch schloss das Papier bei 71,42 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 4,2 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich das Plus auf 12 Prozent. Der RSI von 63,9 signalisiert eine spürbare, aber noch nicht überhitzte Nachfrage nach der Aktie.
Insider bauen Positionen über Optionen auf
Parallel zur positiven Einschätzung Cramers meldete Netflix am Dienstag mehrere Optionsvergaben an Verwaltungsratsmitglieder. Ann Mather, Richard N. Barton und Strive Masiyiwa erhielten jeweils 774 nicht qualifizierte Aktienoptionen mit einem Ausübungspreis von 80,81 US-Dollar, die bis September 2036 laufen.
Keine der Transaktionen erfolgte im Rahmen eines Rule-10b5-1-Plans, was bedeutet, dass die Direktoren die Vergabe nicht im Voraus über einen automatisierten Handelsplan festgelegt hatten. Solche Optionsprogramme sind bei Netflix üblich und binden die Verwaltungsratsmitglieder langfristig an die Kursentwicklung, ohne kurzfristige Verkaufsabsichten zu signalisieren.
Wettbewerb um Creator-Talente verschärft sich
Abseits der Finanzkennzahlen tobt zwischen Netflix und YouTube ein Ringen um Kreativtalente. Netflix hat mittlerweile Verträge mit mehr als 20 YouTubern abgeschlossen, darunter die Stokes Twins mit 145 Millionen Abonnenten und Nick DiGiovanni mit 45,5 Millionen Abonnenten.
YouTube versucht im Gegenzug, seine Stars mit finanziellen Anreizen zum Bleiben zu bewegen. Netflix kann dabei mit größerer globaler Reichweite und besserer Lokalisierung punkten, verlangt im Gegenzug aber mehr Kontrolle über die Inhalte – ein Kompromiss, den nicht jeder Creator eingehen will.
Diese Entwicklung ist für Anleger relevant, weil sie zeigt, wie Netflix sein Angebot über klassische Serien und Filme hinaus erweitert. Die Kombination aus wachsendem Werbegeschäft, prominenten Content-Partnerschaften und der breiten institutionellen Unterstützung durch Hedgefonds untermauert die positive Einschätzung, die Cramer am Mittwoch öffentlich machte.
Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 291 Milliarden Euro bleibt Netflix einer der Schwergewichte im Streaming-Sektor, dessen Kursverlauf der vergangenen Wochen die wachsende Zuversicht der Anleger widerspiegelt.
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